Leipziger Universitäts-Hautklinik beteiligt sich an europäischer Allergieforschung

Pressemitteilung vom 29.03.2006
Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig steigt ins europäische Kompetenz-Netzwerk GA2LEN ein und beteiligt sich damit an der Entwicklung von neuen Ansätzen zur Prävention und Behandlung von Allergien.

Prof. Dr. Jan C. Simon, Klinikdirektor, und Dr. Regina Treudler, Oberärztin an der Universitäts-Hautklinik, wollen auf der gegenwärtig in Berlin stattfindenden ersten GA2LEN-Jahrestagung ausloten, in welchen konkreten Projekten sich die Leipziger Klinik einbringen kann.

"Immer mehr Menschen in Europa leiden an Allergien und Asthma", erläutert Dr. Regina Treudler, die als Allergie-Spezialisten jüngst von der Berliner Charité an die Leipziger Hautklinik wechselte. "Das ist eine Herausforderung für die Medizin. Schon heute ist in Europa jedes vierte Kind betroffen. Wenn diese Entwicklung ungebremst weiter voranschreitet, leidet im Jahre 2015 jeder Zweite an einer Allergie. Zu den vielen persönlichen Leiden kommt ein gewaltiger volkswirtschaftlicher Schaden. Von den europaweit 80 Millionen Erwachsenen, die Allergien - Asthma eingeschlossen - haben, brauchen 64 Millionen ständig Medikamente. Von den reduzierten Leistungsminderungen in Schule und Beruf ganz zu schweigen."

Das von der EU finanzierte Network of Excellence GA2LEN hat das Ziel, Qualität und Integration der Forschung zu verbessern, alle Aspekte der Erkrankung zu untersuchen und letztlich die Belastung durch Allergien und Asthma in ganz Europa zu senken. Im ersten Schritt werden Daten erhoben und vereinheitlicht. "Wir wollen uns an Studien beteiligen, die dann ganz unmittelbar auch unseren Patienten zugute kommen", so Dr. Treudler. Neun Allergie-Forschungsprojekte werden verschiedene Ursachen und Wechselwirkungen untersuchen, die von Lebensmitteln über Haustiere und Tabakrauch bis zur Geschlechterspezifik reichen. Nach der GA2LEN-Jahrestagung werden die Leipziger Allergie-Spezialisten festlegen, in welchem Bereich der Beitrag der Universitäts-Hautklinik liegen kann.

Uwe Niemann