Zertifikate für Universitäres Brustzentrum Leipzig übergeben

Pressemitteilung vom 16.03.2006
Dreieinigkeit von Behandlung, Lehre und Forschung zum Nutzen der Patientinnen

Das Brustzentrum des Universitätsklinikums Leipzig, dem jetzt die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) überreicht wurden, will durch das Ineinandergreifen der Bereiche Patientenversorgung, Lehre und Forschung höchsten Nutzen für die Patientinnen erreichen. "Wir haben als Universitäres Brustzentrum eine Leitfunktion, die wir gern wahrnehmen", sagte Dr. Henryk Pilch, Leiter der interdisziplinären Einrichtung, bei der feierlichen Zertifikatsübergabe. Mit den Kliniken und Instituten für Gynäkologie, Chirurgie, Diagnostische Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Pathologie, Psychoonkologie und Humangenetik sowie den Uniklinik-Bereichen Pflege, Sozialdienst und Krankenhausseelsorge habe das Universitäre Brustzentrum Leipzig ein Netzwerk von Spezialisten aufgebaut, das eine ganzheitliche Betreuung der Patientinnen garantiert. Dazu gehöre auch eine Zusammenarbeit, die über das Leipziger Klinikum hinausreicht, angefangen beim niedergelassenen Arzt bis zum Gesundheitssportverein.

"Die Etablierung des Zentrums ist das Ergebnis von hoher Spezialisierung einzelner medizinischer Bereiche und der übergreifenden Zusammenführung dieses exzellenten Wissens zum Nutzen der Patienten", betonte Prof. Michael Höckel, Direktor der Universitätsfrauenklinik (Triersches Institut) Leipzig, bei der das Brustzentrum angesiedelt ist. Die Medizin sei geprägt von einer rasanten Zunahme an Fachwissen. Mit dem Netzwerk des Brustzentrums werde eine Multidisziplinarität geschaffen, die weit über die Zusammenarbeit von Operateur und Radiologe hinaus gehe.

"Ein Universitäres Brustzentrum zeichnet sich nicht durch eine Vielfalt an medizinischen Disziplinen aus, die zur Versorgung der Patientinnen eingesetzt wird", umriss Prof. Sylvia H. Heywang-Köbrunner, Leiterin der Abteilung für bildgebende und interventionelle Mammadiagnostik am Institut für Röntgendiagnostik der TU München des Klinikum rechts der Isar, bei ihrer Laudatio die künftigen Aufgaben. "Auch Lehre und Ausbildung sowie die Forschung sollten auf höchstem Niveau zum Wohle der Patienten beitragen. Diese Dreieinigkeit ist nötig, wenn wir in Deutschland nicht
stehen bleiben, wenn wir neue, bessere Methoden finden und umsetzen wollen."

Neben der optimalen Betreuung - von der Diagnose bis zur Therapie - habe für das Brustzentrum des Universitätsklinikums Leipzig die Patientenzufriedenheit, aber auch die Kosteneffektivität im Mittelpunkt zu stehen, so Prof. Heywang-Köbrunner. "Diese Effizienz muss aber in einem sinnvollen Rahmen gesehen werden. Leider wird derzeit eine Mastektomie besser bezahlt als die Brusterhaltung. Deshalb appelliere ich an das Bundesgesundheitsministerium, dies zu korrigieren." Sie sei sehr froh, dass in die Früherkennung von Brustkrebs investiert wird. Gleichermaßen wichtig sei es aber auch, in moderne, schonende Behandlungsmethoden zu investieren.

"Es kostet nun einmal mehr, wenn ich mit feinster Pathologie prüfe, ob alle Ränder frei sind, oder mit neuesten Markierungsmethoden schon die kleinen Veränderungen in der Brust suche", sagte Prof. Heywang-Köbrunner. "Ja, die Medizin wird komplizierter und teurer. Aber auch exakter und kann damit Leben retten. Und in den Bereichen, wo der Fortschritt für den Patienten klar auf der Hand liegt, sehe ich eine ethische Verpflichtung, das Neue, auch wenn es teurer ist, anzuwenden. Andererseits bin ich
vehement dagegen, unnötig teure Methoden einzusetzen oder wenn sie nicht ausreichend auf ihre Qualität gesichert sind. Deshalb gibt es die hohen Qualitätsansprüche an ein Brustzentrum, erst recht an ein Universitäres wie das am Leipziger Klinikum."

Heiko Leske