„Das Gehirn organisiert sich ständig neu“

Pressemitteilung vom 25.10.2012
Jahrestagung der Gesellschaft für Aphasieforschung und -behandlung in Leipzig

Therapeuten, Ärzte und Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum treffen sich vom 1. bis 3. November am Universitätsklinikum Leipzig zur 12. Aphasietagung. Die Jahrestagung der Gesellschaft für Aphasieforschung und -behandlung widmet sich in diesem Jahr der Wortverarbeitung. „Aphasie ist eine erworbene Störung der Sprache", erläutern der Mediziner Hellmuth Obrig und der leitende Sprachtherapeut Frank Regenbrecht von der Klinik für Kognitive Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig, die die Konferenz in Leipzig organisieren. „Ursache dieser Störung, die die Sprachverarbeitung insgesamt, also nicht nur das Sprechen, sondern auch das Lesen und Schreiben betreffen kann, ist eine erworbene Hirnschädigung. Dafür wiederum ist der Schlaganfall die häufigste Ursache."

Wie Prof. Dr. Obrig zum Verständnis der Thematik erklärt, organisiert sich das Gehirn auch beim Erwachsenen ständig neu. „Früher dachte man, nach der Pubertät ist der ,Computer Gehirn‘ fertig gebaut und arbeitet dann so, wie er einmal eingerichtet wurde. Wir wissen heute, dass die Konstruktion des Gehirns nie am Ende ist, dass ständig ein Umbau stattfindet. Und genau das ist ja ein Ansatz für Schlaganfall-Patienten: Teile des Gehirns, die ausgefallen sind, können in ihren Funktionen ersetzt werden, weil sich das Gehirn reorganisiert", so der Leipziger Neurologe.

Erwartet werden in Leipzig Neurologen, Neurowissenschaftler, Sprachtherapeuten und Sprachwissenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Österreich, der Schweiz und der Niederlande. Workshops ergänzen das wissenschaftliche Programm.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.