Millionenförderung für Klinisches Studienzentrum

Pressemitteilung vom 15.11.2007
Mit vier Mio Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Klinisches Studienzentrum an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördermittel in Höhe von vier Mio Euro für den Ausbau bereits bestehender Forschungsstrukturen zu einem Klinischen Studienzentrum Leipzig. Den Zuschlag erhielt das von Professor Dr. Markus Löffler, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig, geleitete Vorhaben als einziges ostdeutsches Zentrum. Gemeinsam mit fünf weiteren Standorten in den alten Bundesländern wurde es aus über 26 Anträgen ausgewählt.

"Das Konzept aus Leipzig wurde ohne Abstriche bewilligt. Damit werden in der klinischen Studienforschung 25 neue Stellen für zumeist hochqualifizierte Fachkräfte geschaffen und die Zahl der Mitarbeiter auf insgesamt über 80 steigen", freut sich Professor Löffler. "Wir haben damit auch die Exzellenz unserer Studienforschung unter Beweis gestellt."

Leistungsfähigkeit von Diagnose und Therapie bewerten

Klinische Studienforschung hat die Bewertung der Leistungsfähigkeit von neuen Behandlungs- und Diagnoseverfahren zum Ziel. Aufgrund molekularbiologischer Innovationen ist eine Großzahl neuer und faszinierender Arzneimittel in Entwicklung, deren Wirksamkeit und Unbedenklichkeit im Rahmen von klinischen Studien nachzuweisen ist. Großer Klärungsbedarf herrscht zudem im Bereich der Kinderheilkunde, da für viele Medikationen nur Daten an Erwachsenen vorliegen. Aber auch im Bereich der physikalischen und operativen Therapien sowie im Bereich der Medizinprodukte sind viele Fragen ungeklärt.

Klinische Studien werden mit einwilligenden Patienten nach definierten Behandlungsplänen durchgeführt. Die Behandlungserfolge werden systematisch erfasst und mit den Ergebnissen konventioneller Verfahren verglichen. Klinische Studien sind aufwändig, kostspielig und oft langwierig. Sie unterliegen zudem strengen gesetzlichen Auflagen.

Hintergrund:

An der Medizinischen Fakultät ist unter der Leitung von Professor Löffler in den letzten Jahren am Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie und am Koordinierungszentrum für Klinische Studien ein national führendes Zentrum für die Konzeption, Auswertung und Koordination klinischer Studien entstanden, das insbesondere in den Bereichen Onkologie, Kardiologie und Sepsisforschung international hervorgetreten ist. Die neuen Fördermittel erlauben einen weiteren Ausbau dieser Kompetenz. So werden am Universitätsklinikum, am Klinikum St Georg, sowie an den Akademischen Lehrkrankenhäusern in Chemnitz und Zwickau Studien-Stützpunkte errichtet, um möglichst vielen Patienten der Region die Teilnahme an klinischen Studien zu ermöglichen. Des weiteren ist der Aufbau einer neuen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur Erforschung genetischer Erkrankungsrisiken und der Aufbau eines neuen berufsbegleitenden postgradualen Studiengangs zum Master of Science für Klinische Forschung und Translationale Medizin vorgesehen.

Das Zentrum wird die Forschung an der Universität Leipzig und die Gesundheitswirtschaft in der Region stärken. Zudem erhoffen sich die Leipziger Mediziner eine Verbesserung der Chancen für Vorhaben, die sie im Rahmen der laufenden sächsischen Exzellenzinitiative verfolgen.

Das Zentrum hat die Arbeit bereits aufgenommen (siehe www.ksl.uni-leipzig.de ).