8. Max-Bürger-Symposium

Pressemitteilung vom 25.03.2003
Ärzte diskutieren in Leipzig neue Erkenntnisse über häufig vererbte Krankheitsbilder der Multiplen Endokrinen Neoplasie (MEN).

Leipzig - Am 29. März lädt die Medizinische Klinik und Poliklinik III unter Prof. Dr. med. Ralf Paschke Ärzte aus ganz Deutschland zum 8. Max-Bürger-Symposium nach Leipzig ein. Thema wird die ''Diagnostik und Therapie der Multiplen Endokrinen Neoplasie Typ 1 und Typ 2'' sein. Auf diesem Gebiet ist man in den vergangenen Jahren durch intensive Forschung zu wichtigen neuen Erkenntnissen gekommen, die auch zur Überarbeitung entsprechender Richtlinien in der Untersuchung und Behandlung von Patienten führen werden.


Die Multiple Endokrine Neoplasie Typ I und II (MEN I und II) ist ein komplexes autosomal-dominant vererbtes Krankheitsbild, bei welchem sich endokrine Tumoren in verschiedenen Organen bilden. Dr. Christian Koch (FACP), Oberarzt an der Medizinischen Klinik III, arbeitete bereits in den USA an der Erforschung der vererbbaren Gendefekte dieser Tumorerkrankungen. ''Aus den Erkenntnissen der Forschungsarbeit konnte abgeleitet werden, dass viele dieser relativ häufigen endokrinen Tumorerkrankungen öfter als bisher mit den familiär vererbbaren Syndromen MEN I und II in Verbindung zu bringen sind.'', erklärt er.


Wird der Tumor eines Patienten untersucht, kann durch moderne Analysen festgestellt werden, ob die Erkrankung auf einen Gendefekt zurückzuführen ist. Möglich wird das durch die Anwendung hoch empfindlicher Screening-Methoden, mit deren Hilfe Anzeichen für eine Erkrankung abgeklärt werden können. Sollte das der Fall sein, können Blutsverwandte feststellen lassen, ob auch sie den Gendefekt in sich tragen. Das Labor von Professor Paschke ist durch die kassenärztliche Vereinigung Sachsen für die Durchführung dieser genetischen Untersuchungen ermächtigt. Sie erlauben die eindeutige Feststellung der Veranlagung für die unterschiedlichen Manifestationen der MEN und eröffnen damit die Möglichkeit diese Erkrankung vor ihrer Manifestation bereits abzuwenden.


Am Universitätsklinikum Leipzig wurden auf Grund der neuen Erkenntnisse die bisherigen Richtlinien für Untersuchung und Therapie der Patienten mit dem MEN Syndrom I und II angepasst. Auf der Veranstaltung sollen nun diese neuen Erkenntnisse und die daraus resultierende Überarbeitung der Richtlinien sowie insbesondere die verbesserten Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten diskutiert werden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.