Europäisches Bündnis gegen Depression erster Gewinner des "European Health Forum Award"

Pressemitteilung vom 08.10.2007
"European Health Forum Award" für die "European Alliance Against Depression (EAAD)"/EAAD-Sprecher und Initiator, Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Universität Leipzig: "Diese Auszeichnung ist eine große Motivation für uns alle, diese Arbeit mit Enthusiasmus fortzusetzen".

Die "European Alliance Against Depression (EAAD)" wurde als vorbildliches Gesundheitsprojekt mit dem erstmals vergebenen "European Health Forum Award" ausgezeichnet. Mit diesem Preis ehrt das "European Health Forum Gastein (EFHG)", die wichtigste gesundheitspolitische Veranstaltung der EU, herausragende und richtungweisende Initiativen im Bereich des Gesundheitswesens, die wissenschaftlich überprüfbare Erfolge erbracht haben.

Mit einem überzeugenden Aktionsprogramm zur Suizidprävention setzte sich die EAAD, ein europäisches Netzwerk zur Verbesserung der Versorgung depressiv erkrankter Menschen, gegen knapp 30 Bewerbungen aus der gesamten Europäischen Union durch. "Die Europäische Allianz gegen Depression ist ein wirklich würdiger Preisträger", lobte EHFG-Präsident Dr. Günther Leiner das Siegerprojekt. Die Vergabe des Preises erfolgte im Rahmen des 10. European Health Forum Gastein, dem "Think Tank für die europäische Gesundheitspolitik", wie die Veranstalter den Kongress in Bad Hofgastein (Österreich) bezeichnen.

Hoch erfreut nahm EAAD-Sprecher und Initiator, Prof. Dr. Ulrich Hegerl, den Preis von der hochkarätigen internationalen Fachjury, bestehend aus führenden Gesundheitsexperten aus ganz Europa, entgegen: "Im Rahmen von EAAD wurden in 17 europäischen Ländern regionale gemeindebasierte Interventionsprojekte etabliert, mit dem Ziel die Versorgung depressiv Erkrankter zu verbessern und Suizidalität zu verhindern. Diese Auszeichnung ist eine große Motivation für uns alle, diese Arbeit mit Enthusiasmus fortzusetzen", so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig.

Interventionen auf vier Ebenen

Rund zwölf Prozent der Europäer leiden zumindest ein Mal in ihrem Leben an einer schweren Depression - ein Großteil der jährlich 58.000 Suizide in der EU sind Folgen dieser Krankheit. Ziel der EAAD ist es, mit einem internationalen Aktionsprogramm gegen diese alarmierenden Zahlen vorzugehen und durch gleichzeitige Intervention auf vier Ebenen die Versorgung für depressiv erkrankte Menschen zu optimieren: Ebene 1, "Kooperation mit Hausärzten", Ebene 2, "Aufklärung der Öffentlichkeit", Ebene 3 "Zusammenarbeit mit Multiplikatoren" und Ebene 4, spezielle "Angebote für Betroffene und Angehörige".

EAAD - Historie

Im Jahr 2001 wurde das "Nürnberger Bündnis gegen Depression" im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetzes Depression, Suizidalität (www.kompetenznetz-depression.de) als Modellprojekt in Nürnberg initiiert. Der 4-Ebenen-Ansatz erwies sich als wirksam. Es konnte gezeigt werden, dass während der zwei-jährigen Intervention die Zahl der suizidalen Handlungen (Suizide und Suizidversuche) in Nürnberg gegenüber dem Ausgangsjahr zurückgegangen war. Dieser Effekt zeigte sich nicht in der Modellregion Würzburg.
Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem "Nürnberger Bündnis gegen Depression" entstand 2002 zunächst das "Deutsche Bündnis gegen Depression" (www.buendnis-depression.de), indem sich zahlreiche deutschsprachige Regionen zusammengeschlossen haben, um ähnliche Programme durchzuführen. Seit April 2004 wird das Konzept des "Deutschen Bündnisses gegen Depression" mit Unterstützung der Europäischen Kommission auch in der "European Alliance Against Depression (EAAD)" in Kooperation mit 20 Partnern aus 17 europäischen Ländern international umgesetzt. Dafür wird es von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt. Ziel des EAAD-Netzwerkes ist die Bündelung gleichgerichteter Aktivitäten zur Verbesserung der Versorgung depressiv erkrankter Menschen.


Das Kompetenznetz Depression/ Suizidalität ist ein bundesweites Netzwerk zur Optimierung von Forschung und Versorgung im Bereich depressiver Erkrankungen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Kathrin.Winkler