Weltrheumatag: Früherkennung rheumatischer Erkrankungen

Pressemitteilung vom 02.10.2007
Anlässlich des Weltrheumatages am 12. Oktober lädt das Rheumazentrum am Universitätsklinikum Leipzig e.V. zu einer Patienteninformationsveranstaltung ein. Es geht um Notwendigkeit und Möglichkeiten der Früherkennung rheumatischer Erkrankungen. Zu diesem Thema wird es am 24.10. 2007 außerdem eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte geben. Wir sprachen mit Professor Dr. Christoph Baerwald, Leiter der Sektion Rheumatologie / Gerontologie der Medizinischen Klinik II.
Zeit 12. Oktober 2007, 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Ort Hörsaal des Zentrums für Innere Medizin
Johannisallee 32

Herr Professor Baerwald, was heißt eigentlich Rheuma?

Was im Volksmund gemeinhin als Rheuma bezeichnet wird, ist eine ganze Gruppe von Erkrankungen des Bewegungsapparates. Dazu zählen die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (Arthritis) ebenso wie Verschleißerscheinungen der Gelenke (Arthrose) und Krankheitsbilder im Bereich der Muskel und Sehnen (Weichteilrheuma) sowie Stoffwechselstörungen (Gicht). Allen gemeinsam sind oft starke Schmerzen der betroffenen Körperteile und Bewegungseinschränkungen.

Warum ist Früherkennung so wichtig?

Die Krankheit beginnt oft schleichend und führt nach und nach zu einer Zerstörung der Gelenke. Wenn die Gelenke dann erst mal "angefressen" sind, schreitet die Zerstörung linear fort. Das ist nicht zu reparieren. Aber rechtzeitig erkannt, können wir mit der richtigen Therapie den Prozess aufhalten, vielleicht sogar verhindern.

Was sind die ersten Anzeichen von Rheuma?

Die klassische rheumatoide Arthritis beginnt immer mit Schmerzen und Gelenkschwellungen. Dann dauert es einige Zeit, bis die Knochen angegriffen werden. Das können Wochen, aber auch Monate sein. Die ersten Signale sollte man ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Wir haben heute neue zuverlässige Bluttests, mit denen die verschiedenen rheumatologischen Erkrankungen mit größerer Sicherheit diagnostiziert werden können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Neue Medikamente, die sogenannten Biologika, helfen in vielen Fällen, in denen bewährte Mittel versagen. Frühzeitig eingesetzt, können sie Gelenkzerstörungen verhindern, vielleicht sogar kleinere Defekte heilen. Wenn es erst einmal zu ausgeprägten Gelenkzerstörungen gekommen ist, helfen nur noch Schmerzmittel, verbunden mit entzündungshemmenden Medikamenten. Aber auch hier gibt es Neuerungen, die verträglicher und wirksamer sind, als die bisherigen Medikamente.