Einfluss von Operationsmethoden auf das seelische Befinden von Patienten mit Kehlkopfkrebs

Pressemitteilung vom 15.08.2007
Start des Forschungsprojektes "Psychische Komorbidität und psychosoziale Versorgung nach Kehlkopfteilresektion" an der Abteilung für Sozialmedizin

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit einer Krebserkrankung im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich zum Teil sehr stark seelisch belastet sind. Bisher ist allerdings weitgehend unbekannt, welchen Einfluss verschiedene Operationsmethoden auf das seelische Befinden der Patienten ausüben. So kann man z. B. bei einer Kehlkopfkrebserkrankung den Kehlkopf entweder vollständig (Laryngektomie) oder teilweise (Kehlkopfteilresektion) entfernen.

Seit dem Jahr 2001 untersucht die Studiengruppe "Psychoonkologie in der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde" an der Abteilung für Sozialmedizin der Universität Leipzig die psychosoziale Lebenssituation laryngektomierter Karzinompatienten in einer Längsschnittstudie. Die Ergebnisse zeigen, dass Kehlkopflose sehr oft seelisch belastet sind, aber selten entsprechende Hilfsangebote, wie z. B. psychosoziale Beratung, nutzen. Organerhaltend operierte Patienten wurden bisher nur retrospektiv befragt. Das von der Deutschen Krebshilfe mit 354.040 Euro geförderte Forschungsprojekt "Psychische Komorbidität und psychosoziale Versorgung nach Kehlkopfteilresektion" ermöglicht nun eine prospektive Datenerhebung. In dem dreijährigen Projekt, das ebenfalls von wissenschaftlichen Mitarbeitern der Abteilung Sozialmedizin unter der Leitung von Professor Reinhold Schwarz durchgeführt wird, sollen Faktoren aufgedeckt werden, die das Risiko für das Auftreten einer psychischen Erkrankung bei Patienten nach Kehlkopfteilresektionen beeinflussen. Des Weiteren interessiert der Umfang der Inanspruchnahme psychoonkologischer Versorgungsangebote.

Die Patienten werden mittels strukturierter Interviews und Fragebögen zu vier Zeitpunkten befragt: vor der Operation, zu Beginn und am Ende der Anschlussheilbehandlung sowie ein Jahr postoperativ. Die Ergebnisse des Projektes sollen für die behandelnden Ärzte und Therapeuten konkrete Hinweise erbringen, in welchem Umfang bei Patienten mit Tumoren im HNO-Bereich mit psychischen Erkrankungen zu rechnen ist und auf welche Patientengruppe besonders geachtet werden muss.