"Behindertensport bedeutet lebenslange soziale Integration"

Pressemitteilung vom 05.07.2007
Das 4. Leipziger Symposium "Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport" will eine Standortbestimmung der Leistungspotentiale des Rehabilitations- und Behindertensports vornehmen und konkrete Anregungen bieten.Treff: Pausenhalle Nord Beginn: 6. Juli 2007, 13:00 Uhr
Zeit 06. Juli 2007 bis 07. Juli 2007
Ort Sportwissenschaftliche Fakultät
Jahnallee 59

Mit einem umfang- und abwechslungsreichen Programm anlässlich seines letzten Symposiums verabschiedet sich Professor Dr. Jürgen Innenmoser, Direktor des Instituts für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport aus seinem Berufsleben. Das Programm verbindet Vorträge mit praktischen Workshops und behandelt eine Reihe von Grundsatz- und Detailfragen des Rehabilitations- und Behindertensports.

Zwei Hauptvorträge, an denen Professor Innenmoser selbst beteiligt ist, setzen sich auseinander mit grundsätzlichen Fragen des Zusammenhangs zwischen Rehasport und Gesundheitspflege, "Sport in der Rehabilitation - erfolgreiche Tertiärprävention und
optimale Gesundheitspflege", und zwischen Rehasport und sozialer Integration, "Behindertensport - nicht nur Training und Wettkampf, sondern lebenslange soziale Integration".

Außerdem werden sechs Workshops angeboten, mit stark praxisbezogener Ausrichtung:

  1. "Von der Gehschule in der stationären Rehabilitation zur Gehschule in der ambulanten Rehabilitation zum Nordic Walking und zum Tanzen als ambulanter Rehabilitationssport". Die Referenten spannen den weiten Bogen von der Gehschule mit stark betroffenen Teilnehmern und viel Unsicherheit in der stationären Rehabilitation bis hin zum gebundenen Tanzen in Gruppen des ambulanten Rehabilitationsports. Sie nehmen die Gelegenheit wahr, sowohl ihre theoretischen Begründungen als auch vor allem praktische Übungsbeispiele aufzuzeigen.

  2. "Von psychomotorischen Spielen zu den Kleinen Spielen und zu den Großen behinderungsspezifischen- Sportspielen". Die Referenten werden die spielerische Beschäftigung mit psychomotorischen Übungsgeräten bis hin zu den Regeln und Techniken der aktuellen Sportspiele aufzeigen und die Zusammenhänge präsentieren. Erwartet werden sowohl theoretische Begründungen als auch vor allem praktische Übungsbeispiele zum Ausprobieren.

  3. "Vom propriozeptiv orientierten und gymnastischen Training über funktionelle Programme an Trainingsgeräten zum sportartspezifischen Funktionstraining im paralympischen Sport". Die Referenten setzen sich auseinander mit einem typischen gymnastischen Training, wie es auch z. B. in der behinderungsspezifischen Rückenschule durchgeführt werden kann, aber auch mit einem sportartspezifischen Funktionstraining paralympischer Sportler. Dieser Workshop bietet sowohl theoretische Begründungen als auch vor allem praktische Übungsbeispiele.

  4. "Erlebnissport als präventive und rehabilitative Maßnahme für Kinder und Jugendliche in der Förder- und Regelschule". Mit diesem Workshop soll aufgezeigt werden, welche großen Bildungs- und Förderpotentiale der Sport in der Förder- oder Regelschule für behinderte Kinder haben kann. Dabei sollten auch Anregungen vermittelt werden, mit denen endlich die Ausbildung der Lehramtsanwärter für Förder- und Sonderschulen bereits universitär verbessert werden kann und behinderungsspezifisch gelehrt wird.

  5. "Inhalte und Konzepte der Aktiven Wassertherapie". Die Referenten werden unterschiedliche, an spezifischen Behinderungsarten orientierte Konzepte vorstellen und in Theorie und Praxis auf wesentliche Lernaspekte und -besonderheiten eingehen. Die Teilnehmer an diesem Workshop sollten unbedingt Schwimmkleidung mitbringen, weil viele Aspekte nur durch die Praxisanwendung klar werden.

  6. "Der Rollstuhl für Kinder - ein technisches Problem oder eine große Entwicklungshilfe?" Im Workshop werden anhand vieler Konstruktionsdetails und typischer Erfahrungen aus der Praxis der bewegungsaktiven Rehabilitation von Kindern mit angeborener Lähmung bzw. cerebraler Bewegungsstörung die wesentlichen Hilfen aber auch die Probleme aufgezeigt. Ausgleichende, spielerische und funktionelle Lernprogramme, z. B. außerhalb des Rollstuhls oder auch die Nutzung von Handbikes werden vermittelt und Lösungen technischer Art angeregt.
Die Workshops werden in den Sporthallen der Fakultät durchgeführt. Das Symposium bietet also durchaus auch etwas für bildgebende Medien.