Der Mechanismus der Kopfverletzungen beim Fußball

Pressemitteilung vom 23.04.2007
Das ist eines der Themen im Rahmen der 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Leipzig.
Zeit 26. April 2007 bis 29. April 2007
Ort Leipziger Messe
Congress Center Leipzig
Messeallee 1

Der Fachkongress der Neurochirurgen widmet sich den Schwerpunkten Schädel-Hirn-Trauma, computer- und robotergestützte Neurochirurgie, und spinale Tumoren, und stellt interessante Teilaspekte in einer Pressekonferenz vor:

Fußball und Schädel-Hirn-Trauma

Fußball ist Volkssport. Dem Freizeitvergnügen widmen sich derzeit ca. 5,8 Mio Bundesbürger. Doch dabei spielt immer auch ein hohes Risiko mit, denn beim Versuch ein Tor zu schießen, kann so einiges schief gehen: Ball, Torpfosten oder Gegner können hart mit dem Spieler zusammenprallen und im schlimmsten Fall dessen Kopf massiv verletzen. Wie solche Kopfverletzungen - z. B. Schädelhirntraumata - typischerweise aussehen, wie sie verhindert bzw. nach dem neuesten Forschungstand behandelt werden können, erklärt der Neurochirurg Prof. Dr. Andreas Unterberg, Ärztlicher Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und 2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie.

Mit dem Roboter operieren lernen

Muss zur Versorgung einer Hirnverletzung sogar ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden, so ist dies auch immer mit dem Risiko schwerwiegender Komplikationen verbunden: Der Arzt muss die Instrumente exakt und millimetergenau führen um funktionsrelevante Hirnbereiche nicht zu beschädigen. Doch wie lernen junge Hirnchirurgen komplizierte Operationsabläufe? Hier hilft der Simulator. Der Tagungspräsident Prof. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikum Leipzig, berichtet über die neue Trainingsmethode, die der Chirurg auch zur Planung seines operativen Eingriffes einsetzen kann und die damit die Sicherheit der Patienten wesentlich erhöht.

Migräne - ein Fall für den Neurochirurgen?

Kopfschmerz mit all seinen Facetten kann vielfältige Ursachen haben. Genauso vielfältig sind auch die Therapien. In manchen Fällen hilft nur ein neurochirurgischer Eingriff. Was es auf diesem Gebiet neues gibt, darüber berichtet Professor Dr. Volker Tronnier, Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Lübeck. Er geht ein auf eine besonders heftige Art von Kopfschmerz - den Clusterkopfschmerz. Er erklärt die Behandlung durch die so genannte tiefe Hirnstimulation und berichtet über neueste Therapieansätze für schwere Formen der Migräne.


Stammzellen - Hoffnung für Tumorpatienten?

Auch auf dem Gebiet der Regeneration von Nervengewebe hat sich einiges getan. Die hoffnungsvolle Stammzellforschung hat auch hier Einzug gehalten und möchte die Grundlagen dafür schaffen um künftig unwiederbringlich zerstörtes Nervengewebe durch neues zu ersetzen und Hirntumore durch Stammzelltherapie zu bekämpfen. Doch die Realität birgt auch Schattenseiten: so können sich aus den Stammzellen fatalerweise auch kranke Zellen entwickeln. Über das Für und Wider der neuen Anwendungen von Stammzellen in der Neurochirurgie spricht Professor Dr. Jörg-Christian Tonn von der LMU München.

Sandra Hasse