Royal College of Surgeons of Edinburgh ehrte Leipziger Urologen

Pressemitteilung vom 16.04.2007
Als erster deutscher Urologe und als jüngstes Ehrenmitglied überhaupt erhielt am Freitag, den 13.4.2007, PD Dr. Jens-Uwe Stolzenburg von der Universität Leipzig die Ehrenmitgliedschaft des Royal College of Surgeons of Edinburgh: Fellowship ad hominem.

In der 500jährigen Geschichte des Royal College of Surgeons of Edinburgh erhielt PD Dr. med. Jens-Uwe Stolzenburg, komm. Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Leipzig, als fünfter Urologe überhaupt und als erster aus Deutschland die Ehrenmitgliedschaft der altwehrwürdigen Einrichtung. Dr. Stolzenburg erhielt den renommierten Preis für seine Verdienste um die Entwicklung und Vermittlung der "Knopflochchirugie" in der Urologie. Die Auszeichnung wird normalerweise namhaften Ärzten am Ende einer verdienstvollen Karriere verliehen. Der 42jährige PD Dr. Stolzenburg ist der jüngste Fellow ad hominem in der Geschichte des Royal College of Surgeon.

Neue Akzente in der operativen Therapie

Insbesondere mit der von Stolzenburg entwickelten Endoskopischen Extraperitonealen Radikalen Prostatektomie wurden in Leipzig neue Akzente in der operativen Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms gesetzt, die weltweite Bedeutung erlangt hat. In der Laudatio wurde besonders hervorgehoben, dass Urologen aus der ganzen Welt von ihm in dieser Technik ausgebildet wurden. Dazu entwickelte er ein neues Prinzip der chirurgischen Ausbildung, das sogenannte "modular surgical training".

Am Universitätsklinikum Leipzig wurde in diesem Zusammenhang ein internationales Trainingszentrum für Urologische Laparoskopie unter der Leitung von Dr. Stolzenburg etabliert. Hier finden u. a. fünf bis sechs mal im Jahr mehrtägige internationale Operationsseminare statt, z. B. einmal im Jahr der Masterclass-Course für die British Association of Urological Surgery. Eine besonders enge Verbindung besteht hier mit dem Royal College of Surgeons of Edinburgh. Dr. Stolzenburg ist hier nicht nur in der Weiterbildung der Edinburgher Urologen engagiert, sondern auch in der Ausbildung der dortigen Ärzte und Studenten. Gewürdigt wurden in der Laudatio auch die zahlreichen internationalen wissenschaftlichen Publikationen und Buchbeiträge des Leipziger Urologen und sein Engagement bei der Etablierung der neuen Operationstechnik in zahlreichen Kliniken Europas, Australiens, Singapores, u. a. durch die Leitung von Operationsseminaren vor Ort.

Älteste Vereinigung für die chirurgischen Fächer

Die Nominierung für den Fellowship ad hominem ("Ehrenmitglied") erfolgt durch ein "advisory board", das es für die einzelnen chirurgischen Fächer gibt. Die Entscheidung liegt in der Hand des Präsidenten und der Mitglieder des Council des Royal College of Surgeons of Edinburgh.

Das Royal College of Surgeons of Edinburgh ist eine der weltweit ältesten medizinischen Vereinigungen für die chirurgischen Fächer. Sie wurde 1505 gegründet und hat 17 000 Mitglieder in der ganzen Welt. Schirmherr ist Prinz Philip, der Gemahl der Englischen Königin und Duke of Edinburgh. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des College ist die Ausbildung von chirurgischen Fachkollegen aus der ganzen Welt, Standards dafür werden ständig weiterentwickelt und haben internationale Gültigkeit.