Professor Dr. med. habil. Holm Häntzschel zur Emeritierung

Pressemitteilung vom 21.03.2007
Zu Ehren der Emeritierung von Herrn Professor Häntzschel findet ein Symposium - zum Thema "Altbewährtes und neue Entwicklungen in der Medizin - Alles im Fluss" - statt.
Zeit 24. März 2007, 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Ort Hörsaal der Inneren Medizin
Johannisallee 32

In einer sowohl medizinisch als auch künstlerisch geprägten Familie wurde Holm Häntzschel am 03. Oktober 1941 in Chemnitz geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin in Leipzig arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Anatomischen Institut der Universität Leipzig und absolvierte danach seine Facharztausbildung für Innere Medizin am Medizinisch-Poliklinischen Institut in Leipzig. Nach erfolgreicher Promotion wurde er 1972 Facharzt für Innere Medizin und führte unter seinem Lehrer Werner Otto seine Spezialisierung in der Rheumatologie fort, in einem Fach, das ihn schon früh klinisch und wissenschaftlich faszinierte. Neben der breiten klinischen Weiterbildung, unter anderem auch in der Diagnostischen Radiologie, war Holm Häntzschel wissenschaftlich äußerst aktiv, was 1978 zu seiner Habilitation führte. Die weitere wissenschaftliche Karriere führte zu mehreren Auslandsaufenthalten an das Institut für Rheumatologie der Akademie der Medizinischen Wissenschaften der UdSSR in Moskau. 1987 erfolgte die Ernennung zum Professor für Innere Medizin/Rheumatologie. 1993 übernahm er die aus dem Medizinisch-Poliklinischen Institut hervorgegangene Medizinische Klinik IV mit Medizinischer Poliklinik am Zentrum für Innere Medizin der Universität Leipzig. Als deren Direktor war er am Aufbau der Medizinischen Fakultät und der Universitätsklinik entscheidend beteiligt, so als langjähriger Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Innere Medizin und als Mitglied der Medizinischen Fakultät. Immer parteilos, aber stets parteiergreifend war ihm der Blick auf das Ganze wichtiger als die Durchsetzung von Partikularinteressen, und er forcierte die Kooperation zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen nicht nur der Inneren Medizin.

Im April 1990 wurde Holm Häntzschel zum Vorsitzenden der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR gewählt. Diese Funktion beinhaltete ihre eigene Aufhebung, gelang doch unter seiner maßgeblichen Mitwirkung bereits wenige Monate später die Vereinigung der beiden deutschen Fachgesellschaften. In zahlreichen Gremien der DGRh hat er danach mitgewirkt und die Geschicke der deutschen Rheumatologie mitbestimmt. Er ist Gründungsmitglied der Rheuma-Liga Sachsen und war deren erster Präsident. Die Funktion des 1. Sprechers des Rheumazentrums Leipzig hat er bis heute inne. Seit Jahren ist er als Vorsitzender der Prüfungskommission für die Anerkennung des Schwerpunktes Rheumatologie bei der Sächsischen Landesärztekammer zuständig. Ein besonderer Höhepunkt seiner Tätigkeit war die Organisation des 30. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Leipzig, der unter seiner Ägide ein großer Erfolg wurde. Über Jahre hinweg war Holm Häntzschel Mitglied des Vorstandes der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin, die ihn für die Jahre 2003 bis 2005 zu ihrem Vorsitzenden wählte und ihm aufgrund seiner engagierten Arbeit im Jahre 2006 die Ehrenmitgliedschaft verlieh.

Wissenschaftliche Schwerpunkte der Arbeit von Professor Häntzschel waren die Kollagenosen sowie die rheumatoide Arthritis, wobei insbesondere die Forschungen zu Prognosefaktoren, genetischen Krankheitsdeterminanten und die extraartikulären Organmanifestationen bei der rheumatoiden Arthritis national und international Ansehen erworben haben. Zahlreiche Publikationen in nationalen und internationalen Zeitschriften, ungezählte Vorträge sowie die Mitarbeit in internationalen Forschergruppen und der europäischen Rheumatologengesellschaft (EULAR) weisen auf die erfolgreiche Arbeit einer patientenorientierten Forschung hin. In der Ausbildung der Studenten und in etlichen, teilweise schon zur Tradition gewordenen Fortbildungsveranstaltungen beweist er sich als begeisterter akademischer Lehrer. All dies hat zu einer großen Zahl anspruchsvoller Dissertationen und erfolgreichen Habilitationen seiner Mitarbeiter geführt. Durch seine exzellente klinische Weiterbildung von Kollegen und sein großes Engagement für die Patienten hat er die von Werner Otto begründete "Leipziger Rheumatologenschule" erfolgreich weitergeführt.

Kollegen, Freunde und Wegbegleiter gratulieren einem engagierten Arzt, hervorragendem Hochschullehrer und verlässlichem Ratgeber zu seinem 65. Geburtstag. Für den nahenden Ruhestand wünschen wir ihm eine stabile Gesundheit, weiterhin die ihn auszeichnende Vitalität und Kreativität, wie er sie bisher in seinem Beruf aufgebracht hat.

Dr. Wolfram Seidel, Professor Dr. Christoph Baerwald