Tuberkulose auf dem Vormarsch?

Pressemitteilung vom 21.02.2007
Influenza, Pest und Pocken, - aktuelle und verschwundene Infektionskrankheiten stehen auf der Tagesordnung des 11. Sächsischen Impftages in Leipzig. Aber auch die Tuberkulose. Ihr Auftreten im Herbst letzten Jahres in Leipzig macht auf eine Gefahr aufmerksam, die für unsere Breiten gebannt schien.
Zeit 03. März 2007, 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Ort Großer Hörsaal
Liebigstraße 27

Der 11. Sächsische Impftag unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. med. Volker Schuster, Leiter der Kinderpoliklinik der Universität Leipzig, und Prof. Dr. med. Wolfgang Raue geht aus von einem Rückblick auf den Siegeszug der Schutzimpfungen, dokumentiert den aktuellen Stand und stellt Neuentwicklungen von Impfstoffen vor, mit denen gefährlichen Infektionskrankheiten vorgebeugt werden kann.

1. Alte und neue Seuchen

Sein Rückblick auf ausgerottete oder eingedämmte Infektionskrankheiten führt Prof. Dr. Wolfgang Raue zu einer Infektionskrankheit, die in Deutschland besonders in den Nachkriegsjahren sehr verbreitet war und die in der Gegenwart aus unserem Umfeld verbannt schien: die Tuberkulose. Jüngste Tuberkulosefälle in Leipzig aber zeigen, dass man nach wie vor mit ihr rechnen muss. Kein Wunder, wenn man weiß, dass ein Drittel der Weltbevölkerung mit dem Mycobacterium tuberculosis infiziert ist. Ist die Situation dramatisch? Wie ist der Stand und was kann man tun - das erklärt Prof. Raue. Er geht aber auch auf eine oft unterschätzte Infektionskrankheit ein, die Influenza, im Volksmund Grippe genannt.

2. Empfehlung der STIKO: Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten

Mit Beginn des 6. Lebensjahres erkranken viele Kinder trotz vollständiger Schutzimpfung im 1. und 2. Lebensjahr an Keuchhusten oder Pertussis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb eine Auffrischungsimpfung. Über diese und über andere Empfehlungen der STIKO wie die Impfung gegen Pneumokokken oder gegen Meningokokken spricht Prof. Christel Hülße, Mitglied der STIKO.

3. Neue Impfung gegen das Rotavirus

Ein neuer Impfstoff gegen den weltweit häufigsten Durchfallerreger steht in Deutschland kurz vor der Zulassung. In den Entwicklungsländern sterben jährlich etwa 500.000 Kinder an den Folgen dieser Infektion, in den Industrieländern sind diese Erkrankungen sehr häufig und auf Grund ihres schweren Verlaufes mit Krankenhauseinweisungen verbunden. Prof. Dr. Volker Schuster geht der Frage nach, ob es sinnvoll ist, alle Säuglinge auch hierzulande mit diesen Vakzinen zu impfen und wie viel eine solche Aktion kosten würde.