Angeborener Herzfehler: Warum rechtzeitiges Erkennen vielen Kindern das Leben retten kann

Pressemitteilung vom 17.01.2007
Angeborene Herzerkrankungen noch vor der Geburt erkennen, um rechtzeitig therapeutische Maßnahmen einleiten zu können, ist Thema und Ziel des Symposiums für Gynäkologen, Neonatologen, Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen an der Universität Leipzig.
Zeit 26. Januar 2007 bis 27. Januar 2007
Ort Universität Leipzig
Hörsaal des Herzzentrums
Strümpellstraße 39

Während die Zahl der Kinder, die in Deutschland mit einem angeborenen Herzfehler lebend geboren wurden, in den letzten 30 Jahren mit etwa 0,8 Prozent annähernd gleich geblieben ist, steigt die Zahl derjenigen, die das Erwachsenenalter erreichen, erst seit den 90iger Jahren kontinuierlich an. (Quelle: Kompetenznetz angeborene Herzfehler). Zurückzuführen ist das auf eine stetige Verbesserung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen, auf die zunehmende Zahl ausgewiesener Experten auf diesem Gebiet sowie auf die sich inzwischen vielerorts anbahnende interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pränatalmedizinern, Neonatologen, Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen. Auch für die Region Leipzig soll die Zusammenarbeit zum Nutzen der betroffenen Kinder und ihrer Eltern intensiviert werden.

Auf der Pressekonferenz behandeln wir folgende Themen:

  • Dennoch: Pränatale Diagnostik noch unzureichend

    Die pränatale Diagnostik von angeborenen Herzfehlern ist dennoch nach wie vor unzureichend. Nur ca. 20-30 Prozent der angeborenen Herzfehler werden schon im Mutterleib diagnostiziert. Allerdings ist die Methode zur Erkennung von angeborenen Herzfehlern, die fetale Echokardiographie, auch die am schwersten zu erlernende Methode vorgeburtlicher Diagnostik. Prof. Renaldo Faber von der Universitätsfrauenklinik Leipzig, Triersches Institut, führt an einer dreidimensionalen Echokardiographie vor (Aufnahmen), wie der erfahrene Arzt die richtige Diagnose stellen kann. Er erklärt, warum es wichtig ist, mehr Gynäkologen für dieses Problem zu sensibilisieren.

  • Pränatale Diagnose des Herzfehlers ermöglicht schnelles Handeln

    Prof. Dr. Jan Janoušek, Klinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Leipzig, zeigt anhand von Zahlen, wie viel Kinder jährlich in Deutschland mit einem angeborenen Herzfehler geboren werden und wie viel gleich nach der Geburt operativ oder über einen Herzkathetereingriff behandelt werden müssen, damit sie Chancen haben, bei guter Lebensqualität langfristig zu überleben. Er erklärt auch, warum die meisten kleinen Patienten ohne einen solchen Eingriff schon im Kindesalter sterben würden. Graphiken und bildliche Darstellungen werden das Problem verdeutlichen.

  • Zukunftsmusik: Routinemäßige operative Eingriffe am Kind im Mutterleib

    Internationaler Gast auf der Pressekonferenz wird Prof. Dr. Jan Marek vom Great Ormond Street Hospital for Sick Children, London, sein. Er gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Diagnose und Behandlung angeborener Herzfehler und eröffnet einen Ausblick auf die Zukunft. Fragen wie: Was ist vor der Geburt (pränatal) möglich oder schon Routine? Was kann erst nach der Geburt (postnatal) gemacht werden und warum? dürften auch für ein größeres Publikum interessant sein. Prof. Marek zeigt auch Bilder mit pränatalen interventionellen Eingriffen.

  • Kinderherzoperationen verschieben sich immer mehr in das Neugeborenen- und Säuglingsalter

    Dass die Klinik für Herzchirurgie zu den erfolgreichsten Kliniken auf dem Gebiet der Kinderherzchirurgie weltweit gehört, ist zu einem großen Teil auch auf das Können des Herzchirurgen Prof. Dr. Martin Kostelka zurückzuführen. Nur noch ein Prozent der operierten Kinder können nicht gerettet werden. Mit einer OP-Statistik wird das belegt. Aber auch Kostelka weiß: Die Pränataldiagnose bei einem kritischen Herzfehler, der sonst für den kleinen Patienten gleich nach Geburt tödlich wird, ist für den Erfolg der Behandlung von essentieller Bedeutung. Ein Video von einer Operation am Neugeborenenherzen zeigt, wie winzig die kleinen Herzstrukturen sind, die der Chirurg erfolgreich therapieren kann.