Preis für Forschungen zur Lebensqualität von Tumorpatienten

Pressemitteilung vom 22.12.2008
Den Lilly Quality of Life Award erhielt die Leipziger Psychoonkologin Dr. Susanne Singer, für ihre Forschungen zur Lebensqualität von Patienten mit Kehlkopfkarzinom. Der von Dr. Singer überprüfte Fragebogen, das sogenannte Head-and-Neck-Modul, erlaubt die Abbildung von Therapieeffekten und Nebenwirkungen für Therapien von Tumoren im Kopf- und Hals-Bereich.

Die Lebensqualität von Tumorpatientinnen und -patienten steht zunehmend im Fokus der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Dem trägt der Lilly Quality of Life Award Rechnung, indem er einmal jährlich Entwicklungen und innovative Anwendungen von Messinstrumenten zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität würdigt. Den diesjährigen Preis erhielt jetzt Dr. Susanne Singer, Selbständige Abteilung für Sozialmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde vergeben für die Publikation "Validation of the EORTC QLQ-C30 and EORTC QLQ-H&N35 in Laryngeal Cancer Patients after Surgery" in der Zeitschrift "Head and Neck". Im Beitrag wurde ein spezifischer Fragebogen überprüft, mit dem es möglich ist, Therapieeffekte einschließlich ihrer Nebenwirkungen bei Patienten mit operierten Tumoren im Hals-, Nackenbereich zuverlässig zu messen. Das sogenannte Head- and-Neck-Modul wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Kliniken in Leipzig, Jena und Halle sowie mit HNO-Ärzten des Klinikums St. Georg Leipzig, des Klinikums Chemnitz, des Krankenhauses Martha-Maria Halle-Dölau und des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt validiert.

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität in klinischen Studien wird mit Fragebögen erfasst. Geeignet ist ein Fragebogen dann, wenn er sowohl genau (reliabel) als auch zutreffend (valide) ist. Es sollte darüber hinaus aber auch von Ärzten und Patienten akzeptiert sein und Vergleiche zwischen Berufsgruppen und Ländern zulassen.

Um Therapieeffekte und ihre Nebenwirkungen besser abbilden zu können, überprüfte Dr. Singer ein Zusatzmodul für operierte Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. In einer Leipziger Studie wurde dieses Modul für die Befragung von 323 Patientinnen und Patienten mit Kehlkopfkrebs erfolgreich eingesetzt. Die Arbeit wurde im Dezember 2008 in der Zeitschrift "Head and Neck" veröffentlicht. Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Professor Dr. Joachim Thiery, sieht in der Preisverleihung ein Zeichen dafür, "wie wichtig es ist, Lebensqualität bei Krebspatienten zu untersuchen. Andererseits wird damit auch gezeigt, dass die Erfassung von Lebensqualität keine triviale Angelegenheit ist und eine gute Zusammenarbeit von Klinikern, Studienärzten und Lebensqualitätsexperten erfordert."