Medizinisches NeuroZentrum (MedNeZ) gegründet

Pressemitteilung vom 11.12.2008
Im Rahmen des Therapiekollegs der Hochschulmedizin und des Research Festivals wird an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig jetzt das Medizinische NeuroZentrum gegründet. Ziel ist die Therapieoptimierung bei Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Zeit 11. Dezember 2008 bis 12. Dezember 2008
Ort Zentrum für Konservative Medizin (Therapiekolleg)
Max-Bürger-Forschungszentrum (Research Festival)

"Angesichts der demografischen Entwicklung gehen die Experten von einer weiteren Zunahme neurogenerative Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Demenz oder Depression aus. Aber auch akute und chronische Erkrankungen des Zentralnervensystems mit z.T. schwerwiegenden Folgen erfordern die Bündelung der Grundlagen- und klinischen Forschung mit dem Ziel, wirksame diagnostische und therapeutische Maßnahmen zu entwickeln und bewährte Maßnahmen zu optimieren", sagt Professor Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie und Sprecher des Medizinischen NeuroZentrums.

Die Forschung in Leipzig verfügt dazu über die besten Voraussetzungen: "Mit dem Profilbildenden Forschungsbereich IV "Gehirn, Kognition und Sprache" ist eine Bündelung der Hirnforschungskompetenz gelungen, die Grundlagen und klinische Forschung vereint und darüber hinaus ganz klar ein interdisziplinäres Profil aufweist", erläutert der Sprecher des Profilbildenden Forschungsbereiches Prof. Dr. Rudolf Rübsamen, Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie. "Unser multidimensionaler Forschungsansatz bietet die Möglichkeit, nachhaltige Fortschritte im Verständnis der hochkomplexen Arbeitsweise des Gehirns zu erzielen."

Mit dem Medizinischen NeuroZentrum sollen die Erkenntnisse der Hirnforschung möglichst direkt und schnell dem Patienten zugute kommen. Beispielgebend dafür ist eine vielsprechende Blutzelluntersuchung, die jetzt auf Anwendung getestet wird und den das Team um Professor Dr. Thomas Arendt am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung entwickelt. Der Test ist unkompliziert und erlaubt eine zuverlässige Diagnose der Alzheimerschen Erkrankung.

Neurowissenschaften - von der Grundlage Klinik

Die Neurowissenschaften in Forschung und Klinik werden sich im Rahmen des 2. Kolloquiums der Leipziger Hochschulmedizin, das dem inzwischen schon traditionell immer im Dezember stattfindenden Research Festival vorausgeht der öffentlichen Diskussion stellen. "Die gemeinsame Präsentation herausragender Arbeiten aus dem Gebiet der Neurowissenschaften in Leipzig macht die enge Vernetzung der Disziplinen und eine Fokussierung auf Kernthemen der Demenz- und Kognitionsforschung öffentlich sichtbar. Hervorzuheben sind auch die sehr erfolgreichen Drittmitteleinwerbungen und jüngste hochkarätigen Publikationen der beteiligten Wissenschafter und Ärzte", erläutert der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Joachim Thiery.

Das Kolloquium zur Leipziger Hochschulmedizin wendet sich dabei vor allem den Therapieansätzen zu, weshalb es kurz und prägnant auch als Therapiekolleg bezeichnet wird. Unter der Moderation von Professor Dr. Rudolf Rübsamen referieren namhafte Wissenschaftler der Fakultät über therapiebezogene Forschung und ihre Organisation. So stellt der Sprecher der DFG - Forschergruppe "Neuronale und gliale P2-Rezeptoren", Professor Dr. em. Peter Illes, vorm. Direktor des Rudolf-Böhm-Institutes für Pharmakologie die maßgeblich von ihm mitgegründete Forschergruppe und ihre ersten Ergebnisse vor. Professor Arendt und Professor Hermann-Josef Gertz, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, referieren über die Zell-Zyklus-Kontrolle als Potential für die Behandlung der Demenz. Der Physiker Professor Josef Käs, Institut für Experimentelle Physik I, spricht zu "Vom weichen Gehirn zur Bewegung von Wachstumskegeln"; Professor Dr. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin stellt vor das Molekulare Neuroimaging als Schlüssel für Diagnostik und Therapiemonitoring". Weitere Themen sind Ultra-High Field MRI of Human Brain; Plastizität im sensomotorischen System; Neuronale Netzwerkaktivität von Dornfortsätzen und Ensembles; Das repetitive Üben in der Rehabilitation motorischer Störungen; Graduiertenkolleg "INTERNEURO" - Nachwuchsförderung interdisziplinär.

Das Research Festival 2008

Mit dem Graduiertenkolleg "Interdisziplinäre Ansätze in den zellulären Neurowissenschaften" kurz INTERNEURO schlägt Professor Dr. Andreas Reichenbach, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung und Sprecher von INTERNEURO die Brücke zum am nächsten Tage stattfindenden Research Festival für die Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften. Inzwischen zum 7. Male stattfindend präsentiert es Forschungsergebnisse in Form von Kurzbeiträgen auf Postern. Jeder Teilnehmer stellt sich der Diskussion. "Das Forum ist ein erheblicher Leistungsanreiz für unsere jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler; es schließt nahezu alle Bereiche der Medizin und der Lebenswissenschaften der Region an, sei es, um die eigenen Ergebnisse vorzustellen oder an der Diskussion teilzunehmen.", hebt Dekan Professor Thiery hervor. "Bei mehr als 300 eingereichten Präsentationen junger Wissenschaftler und Ärzte wird es wieder eng und die Auswahl der Preisträger fällt schwer."

Wissenschaftlich innovative und anspruchsvoll präsentierte Ergebnisse werden mit Buchpreisen ausgezeichnet. Unterstützt und gefördert wird das Festival von der Medizinischen Fakultät mit dem Interdisziplinären Zentrum Klinische Forschung, der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmakologie und Psychologie, und dem Translationszentrum für Regenerative Medizin der Universität