Studie zu Kosten von Depressionen im Alter

Pressemitteilung vom 08.12.2008
Für die erste deutsche Studie zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und zum Ressourcenverbrauch bei Depression im Alter im Rahmen ihrer Dissertation wurde Dr. rer. med. Melanie Luppa durch die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie ausgezeichnet.

In ihrer Arbeit "Direkte Kosten von Leipziger Allgemeinarztpatienten mit depressiven Störungen im Alter - eine Krankheitskostenstudie" die Leipziger Wissenschaftlerin zeigen, dass die Kosten depressiver, über 75-jähriger Allgemeinarztpatienten ein Drittel über den Kosten nicht-depressiver Senioren liegen. Dieses "mehr" an Kosten ist nicht auf depressions-spezifische Behandlungsmaßnahmen zurückzuführen. Es gibt sogar vorsichtige Hinweise, dass unerkannte Depressionen allen teuer zu stehen kommen. Die Dissertation war ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgruppen Gesundheitsökonomie und Public Health.

"Ich bin sehr stolz, dass Dr. Luppa ausgezeichnet wurde. Ich sehe es auch als Anerkennung ihrer anderen hochwertigen Publikationen zum Thema", freut sich Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und Leiterin der Arbeitsgruppe Public Health. "Frau Luppa ist nicht nur eine hervorragende Nachwuchswissenschaftlerin, sondern auch Mutter zweier kleiner Jungen. Und es bedarf schon einer gehörigen Portion organisatorischen Geschicks alles unter einen Hut zu bringen. Es wird sie anspornen, auf diesem Wege weiter zu machen."

Hintergrund:

Depressionen können uns in jedem Lebensabschnitt ereilen. Auch im höheren Alter zählen sie neben den Demenzerkrankungen zu den häufigsten psychischen Störungen. Depressionen sind folgenschwer - für den Einzelnen und die Solidargemeinschaft. Gedrückte Stimmung, wenig Lebenskraft, Einbußen in Alltagsfunktion und Lebensqualität stehen für den Einzelnen im Vordergrund. Zugleich gehören depressive Menschen zu den Vielnutzern des Gesundheitssystems.