Fehleranalyse soll Fehler ausschließen

Pressemitteilung vom 10.11.2008
Eine Veranstaltung von ICCAS (Innovation Center Computer Assisted Surgery) an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig beschäftigt sich mit der Bewertung von automatisierten Chirurgiesystemen. Im Vordergrund steht die Analyse von Fehlern und Problemen, die beim Umgang mit automatisierten Chirurgiesystemen auftreten können.
Zeit 11. November 2008, 12:30 Uhr bis 16:30 Uhr
Ort ICCAS
Semmelweisstraße 14

"ICCAS beschäftigt sich seit mehren Jahren erfolgreich mit der Entwicklung von computerassistierten Chirurgiesystemen. Aber auch weitestgehend automatisierte Prozesse kommen ohne den Menschen nicht aus. Deshalb kann es nicht nur darum gehen, dass die Geräte problemlos arbeiten, sondern dass durch den Einsatz der Instrumente nicht neue Fehlerquellen entstehen", sagt Professor Dr. Jürgen Meixensberger, Sprecher von ICCAS und Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie an der Universität Leipzig. "Unsere Aufgabe ist es nun, entsprechende Fehlerquellen zu erkennen und Strategien zu entwickeln, diesen vorzubeugen."

"Typisch sind Fehler, wie sie auch in der Luftfahrt vorkommen", meint PD Dr. Gero Strauss, der von ärztlicher Seite maßgeblich an der Entwicklung der computerassistierten Chirurgiesysteme beteiligt und Stellvertretender Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Plastische Chirurgie ist. Dr. Strauss erprobt derzeit ein neuartiges Frässystem, das System "Navigated Control", das an der Technischen Universität München von Professor Dr. Tim Lüth entwickelt wurde. Dieses System schaltet in kritischen Situationen automatisch die Fräse ab. "In manchen Situationen möchte ich diesen 'Autopiloten' jedoch nicht benutzen und wähle einen freien Modus", sagt Dr. Strauss. "Nun muss man damit rechnen, dass ich während der Operation durch irgendein Ereignis abgelenkt werde und nicht sofort wieder daran denke, dass ich das System ausgeschaltet habe. Wenn so etwas passiert, besteht die Gefahr, dass ich den Patienten verletze. Und vor allem im Kopf- Hals- Bereich kann das zu kritischen Situationen führen."

Im Übungsoperationssaal von ICCAS werden solche Fehler am Phantom simuliert. Dann muss der Proband zeigen, was in ihm steckt, und wie er mit solchen Fehlern umgeht. Sein Verhalten wird im Detail erfasst, selbst seine Blickbewegungen während des Fräsens. Neben dieser objektiven Einschätzung, gibt es auch eine subjektive in Form von Fragebögen, die die subjektive Meinung des Experten erheben. Die Experten entwickeln dann ihrerseits Ideen und Modelle, um solche Fehler auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Experten sind aus einer interdisziplinären Arbeitsgruppe von Informatikern, Psychologen und Ingenieurwissenschaftlern unter Leitung von Dr. Werner Korb, ICCAS, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Auf der wissenschaftlichen Veranstaltung werden entsprechende Programme vorgestellt und diskutiert. Der Akzent liegt dabei auf Fehlerfällen, die selten vorkommen und die daher in der Testphase oftmals nicht entdeckt werden.