Bänder, Netze und Neurostimulatoren

Pressemitteilung vom 29.10.2008
Deutsche Kontinenz-Gesellschaft lädt zum Kongress nach Leipzig ein. Gleichzeitig mit dem Kongress findet das 67. Seminar des Arbeitskreises Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau statt. Leitthemen sind konservative Therapie und rekonstruktive Chirurgie bei Harn- und Stuhlinkontinenz. Dieses in mehrere Vortragsreihen aufgegliederte Thema soll zum Erfahrungsaustausch zwischen Urologen, Gynäkologen, Kinderärzten, Darm- und anderen Experten einladen und interdisziplinäre Konzepte anbieten. Eine gesonderte Sitzung widmet sich der kindlichen Inkontinenz.
Zeit 07. November 2008 bis 08. November 2008
Ort Congress Center Leipzig
Messe-Allee 1

Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Inkontinenz. Sie sind also nicht fähig, das Ausscheiden von Stuhl oder Harn auf den Toilettengang zu beschränken. Der Behandlung und Pflege dieser Menschen widmet sich die Deutsche Kontinenz-Gesellschaft, die für 7. und 8. November zu ihrem 20. Kongress nach Leipzig einlädt.

Tagungspräsidenten sind Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Leipzig, und Prof. Holger K.-H. Till, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universität Leipzig. Gleichzeitig mit dem Kongress findet das 67. Seminar des Arbeitskreises Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau statt.

Leitthemen sind konservative Therapie und rekonstruktive Chirurgie bei Harn- und Stuhlinkontinenz. Dieses in mehrere Vortragsreihen aufgegliederte Thema soll zum Erfahrungsaustausch zwischen Urologen, Gynäkologen, Kinderärzten, Darm- und anderen Experten einladen und interdisziplinäre Konzepte anbieten. Eine gesonderte Sitzung widmet sich der kindlichen Inkontinenz.

"Die Thematisierung der rekonstruktiven Beckenchirurgie", so Prof. Stolzenburg, "hat zum Ziel, chirurgische Innovationen beispielsweise bei Harn- und Stuhlinkontinenz aber auch bei Verlust der Harnblase und dem dann möglichen Harnblasenersatz aufzuzeigen. Hierbei geht es vor allem um Möglichkeiten des Einsatzes so genannter Bänder, welche die Harnröhre stützen, in eine anatomisch korrekte Position verlagern und damit die Kontinenz verbessern können. Dabei werden ganz neue Aspekte in der Beckenchirurgie des Mannes berührt. Bei der Frau werden mit so genannten Netzen Muskelhaut- und Bandstrukturen rekonstruiert. Hier steht die Frage, wann welches Material und welche Technik zum Einsatz kommen sollten."

Erstmals werden anlässlich einer Tagung der Kontinenz-Gesellschaft Live-Operationen aus einem OP übertragen und diskutiert. Für die jeweiligen Techniken wurden Experten eingeladen, die parallel zum im CCL stattfindenden Kongress im Universitätsklinikum arbeiten. Im Rahmen dieser Live-Operationen wird unter anderem die laparoskopische ("Knopflochchirurgie") Implantation solcher Netze diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt mit Live-Demonstration ist die Implantation von Neurostimulatoren zur Therapie von Blasen- und Darmfunktionsstörungen sowie operative Möglichkeiten bei Harninkontinenz des Mannes.

Zu der Konferenz werden Ärzte, Physio- und Ernährungstherapeuten sowie Vertreter von Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland in Leipzig erwartet. Am zweiten Kongresstag findet ein offenes Patientenforum zu allen Fragen der Harn- und Stuhlinkontinenz statt.