Leipzig im DFG-Programm "Visuelle Analytik" erfolgreich

Pressemitteilung vom 28.10.2008
Zwei Projektanträge der Universität Leipzig waren im DFG-Schwerpunktprogramm 1335 "Skalierbare Visuelle Analytik" erfolgreich. Insgesamt wurden für die Projekte "VAExpress" und "Topologische Analyse" mehr als 750.000 Euro für drei Jahre bewilligt.

Im DFG Schwerpunktprogramm "Skalierbare Visuelle Analytik" sollen Methoden der visuellen und statistischen Analyse nicht nur kombiniert, sondern zusammengeführt werden, um so große und ganz verschiedene Datenmengen zu analysieren. Dies ist mit bisher vorhandenen Methoden nur schwierig zu erreichen.

Das Projekt "VAExpress", das von Prof. Dr. Dirk Bartz, Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) geleitet wird, soll Methoden zur visuellen Analyse von Daten aus den Lebenswissenschaften erforscht werden. Eine mögliche Fragestellung ist beispielsweise, inwiefern körperliche Belastungen die Immunantwort des menschlichen Körpers beeinflussen. Hierfür liefern Genexpressionsexperimente (mit Speichelproben von Läufern), Informationen über biologisch aktive Gene während des Sports - allerdings versteckt in einer unübersichtlichen Datenmenge. Die visuelle Analytik hilft dabei die sinnvollen Informationen zu extrahieren und damit die Grundlage für die Beschreibung komplexer biologischer Prozesse zu legen. In Zusammenarbeit mit Dr. Kay Nieselt vom Zentrum für Bioinformatik der Universität Tübingen sollen dafür geeignete Methoden entwickelt werden.

Das Projekt "Topologische Analyse" mit Prof. Dr. Gerik Scheuermann und Prof. Dr. Gerhard Heyer von der Fakultät für Mathematik und Informatik soll es ermöglichen, möglichst schnell und effektiv Fachtexte aus einem Fachgebiet zu finden. Diese sind die wichtigste Informationsquelle für die Forscher. Entwickelt werden muss dafür nicht nur der geeignete Rahmen für ein effizientes Durchsehen (Browsing), sondern auch Werkzeuge für eine Begriffsanalyse (Concept Analysis), welche die wichtigsten Begriffe für das Fachgebiet, möglicherweise in einem zeitlichen Verlauf, veranschaulicht.

Insgesamt wurden 46 Projektanträge eingereicht, von denen 13 Anträge (plus der Koordinatorfond) für die erste Programmphase von drei Jahren bewilligt wurden. Bei den bewilligten Projekten haben mitteldeutsche Universitäten besonders gut abgeschnitten. So werden insgesamt sechs Projekte aus Dresden, Jena, Magdeburg und Leipzig gefördert.