Uni Leipzig präsentiert zukunftsweisende Forschung auf der Biotechnica 2008

Pressemitteilung vom 06.10.2008
Gleich im Doppelpack präsentieren sich Wissenschaftler der Universität Leipzig auf der diesjährigen Biotechnica in Hannover. Gezeigt werden auf Europas Leitveranstaltung für Biotechnologie Projekte aus dem Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) und dem Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ). Die in Hannover präsentierten Exponate unterstreichen die zukunftsweisende Forschung an der Leipziger Universität.
Zeit 07. Oktober 2008 bis 09. Oktober 2008
Ort Deutsche Messe
Messegelände
30521 Hannover

Der menschliche Körper besteht aus einer Vielzahl von Zellen. Jede einzelne davon besitzt besondere Fähigkeiten, um verschiedenste Aufgaben wahr zu nehmen. Die Regenerative Medizin befasst sich mit der Heilung verschiedener Erkrankungen durch die Wiederherstellung funktionsgestörter Zellen, Gewebe und Organe sowohl durch den biologischen Ersatz, beispielsweise mit Hilfe gezüchteter Gewebe, wie auch durch die Anregung körpereigener Regenerations- und Reparaturprozesse. Unter dem Motto "Die Macht der Zelle! - Was macht die Zelle?" informiert das Translationszentrum für Regenerative Medizin der Universität Leipzig gemeinsam mit Partnern der regenerativen Medizin Initiative Deutschland (www.RIMG.org), einem Verbund aller führenden DFG und BMBF geförderten Zentren, sowie der Exzellenzinitiative auf dem Gebiet (u.a. Berlin, Dresden, Hannover, Leipzig) spielerisch über die Potenziale der regenerativen Medizin.

Das BBZ zeigt auf der Biotechnologie-Messe seinen neuen 3-D-Chip. Dreidimensionale Gewebestrukturen, so genannte Sphäroide, eignen sich besonders gut für Tests pharmazeutischer Wirkstoffe, da sie als zellbiologische Modelle für Mikrotumore oder Metastasen die Situation am lebenden Organismus besser wiedergeben als klassische Einzelzell- und Monolayer-Modelle. Für die Bestimmung der Zellreaktion auf potentielle Arzneimittel können die Sphäroidkulturen in Echtzeit mithilfe eines multifunktionalen Kavitätenchips untersucht werden, ohne das dabei in sie eingedrungen wird. Der neu entwickelte Sensorchip besitzt 15 individuelle, quadratische Einkerbungen, so genannte Mikrokavitäten, in denen jeweils ein Sphäroidpartikel über vier Goldelektroden kontaktiert werden kann. Die Veränderungen der elektrischen Eigenschaften der Sphäroide aufgrund von morphologischen und strukturellen Änderungen werden mithilfe der Impedanzspektroskopie analysiert. Zelltypische Unterschiede und die Veränderung der Impedanzspektren als Reaktionen auf einige Anti-Tumormittel konnten bereits gezeigt werden. Der 3-D-Mikrokavitäten-Chip stellt ein viel versprechendes Werkzeug für pharmazeutische Hochdurchsatz-Untersuchungen dar.

Jörg Aberger