Trauer um Medizin-Professor Friedrich-Hugo Kamprad

Pressemitteilung vom 01.08.2008
Am 24. Juli verstarb Friedrich-Hugo Kamprad, emeritierter Professor für Strahlentherapie und Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum der Universität Leipzig, nach schwerer Krankheit. Über ein halbes Jahrhundert war der Lebensweg von Professor Friedrich-Hugo Kamprad mit der Universität Leipzig eng verbunden.

Von 1957 bis 1963 hat er an der Universität Leipzig Humanmedizin studiert und das Studium mit dem Medizinischen Staatsexamen abgeschlossen. Im gleichen Jahr erhielt Friedrich-Hugo Kamprad die Approbation als Arzt. Die Promotion erfolgte 1966 an der Medizinischen Fakultät Leipzig mit einer Arbeit zum Thema "Die Radikaloperationen des Mamma-Karzinoms nach Rotter-Halsted und nach Handley und Thackrey: Eine Gegenüberstellung der Behandlungserfolge anhand von Überlebenskurven". Von 1969 bis 1974 absolvierte Professor Kamprad seine Facharztausbildung im Fach Strahlentherapie an der Klinik für Radiologie der Universität Leipzig. Die Ernennung zum Oberarzt in der Abteilung Strahlentherapie erfolgte 1978. Im Jahre 1984 erhielt er die Facultas docendi nach erfolgreicher Habilitation. Im Jahr der politischen Wende 1989 wurde er zum Dozenten für das Fachgebiet Strahlentherapie berufen. 1992 erhielt er den Ruf auf die C3-Professur für Strahlentherapie und 1995 den Ruf auf die C4-Professur für den Lehrstuhl für Strahlentherapie, der mit der Ernennung zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universität Leipzig verbunden war.

Als dem Patienten zugewandter Arzt, Hochschullehrer und Klinikdirektor erwarb sich Professor Kamprad ein hohes Ansehen bei seinen Studenten, Doktoranden und Mitarbeitern. Neben den Betreuungsaufgaben, insbesondere auf dem Gebiet der Strahlentherapie kindlicher Tumoren, den hämatoonkologischen Erkrankungen und der radioonkologischen Behandlung von HNO-Tumoren, erwarb er sich große Verdienste bei der Einführung moderner Bestrahlungsplanungs- und Simulationsmethoden, der Ganzkörperbestrahlung und der Bearbeitung experimenteller strahlenbiologischer Fragestellungen. Darüber hinaus wurden von ihm maßgeblich die bundesweit gültigen Standards zur Qualitätskontrolle in der Strahlentherapie geprägt. Zugleich war er Mitglied vieler Fachgesellschaften und Ehrenmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Radioonkologie und der Ungarischen Krebsgesellschaft. Über mehrere Jahre leitete er das Tumorzentrum am Universitätsklinikum und initiierte über seine Emeritierung hinaus einen bilateralen Vertrag mit der Universität für Medizin und Pharmazie Ho-Chi-Minh-Stadt der Republik Vietnam. Er war Mitglied und Senator der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, die jüngst zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt worden ist.

Die Universität ist der Persönlichkeit und dem Wirken von Professor Friedrich-Hugo Kamprad, zutiefst verpflichtet und wird ihn auf immer in dankbarer und anerkennender Erinnerung behalten.

Die Trauerfeier findet am 14.08.2008 um 12:00 Uhr in der Hauptkapelle des Südfriedhofes statt.