Behinderte Mütter - zwischen Vorurteil und Realität

Pressemitteilung vom 30.06.2008
Mit der Situation behinderter und chronisch kranker Eltern beschäftigt sich ein Projekt der Selbständigen Abteilung für Sozialmedizin an der Universität Leipzig. Das Konzept für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für behinderte Eltern in Sachsen, sowie bereits vorliegende Forschungsergebnisse werden jetzt präsentiert.
Zeit 02. Juli 2008, 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Ort Neues Rathaus der Stadt Leipzig
Festsaal

"Wir wollen über bereits vorliegende eigene Forschungsergebnisse zur Situation von Eltern mit Behinderungen informieren", so Dr. Marion Michel, Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin, Selbständige Abteilung Sozialmedizin, an der Universität Leipzig. "Gleichzeitig bildet die Veranstaltung den Auftakt für das neue Projekt 'Aufbau eines Kompetenzzentrums für behinderte Eltern' und die damit verbundene medizinsoziologische Studie."

Immer mehr Frauen und Männer mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen erfüllen sich heute ihren Wunsch nach einem Partner und Kindern. Der Alltag kann dann oft zur großen Herausforderung mit unüberwindbar erscheinenden Hürden werden. Wie sich die finanziellen, baulichen und ideellen Barrieren einerseits, die Ressourcen behinderter Eltern andererseits auf die Situation auswirken, soll im Rahmen einer Studie des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin, Selbständige Abteilung Sozialmedizin, an der Universität Leipzig untersucht werden. Schwerpunkte sind z. B. die Inanspruchnahme von Schwangerschaftsvorsorge und Geburtsvorbereitung durch behinderte Frauen, der Verlauf und mögliche Komplikationen in der Schwangerschaft, der Bedarf an medizinischen oder sozialen Betreuungsleistungen sowie die Bewältigung des Familienalltags.

Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studie soll ein Kompetenzzentrum für behinderte Eltern in Sachsen aufgebaut werden, um bestehende Angebote passgenauer zu entwickeln und zu vernetzen, professionelle Kräfte für die Unterstützung der Eltern zu qualifizieren, Aktivitäten zu koordinieren und damit nachhaltig die Teilhabechancen behinderter Frauen und Männer in Bezug auf Familie und Partnerschaft zu erhöhen.
Das Projekt wird von der Roland Ernst Stiftung für Gesundheitswesen gefördert.
Zur Informationsveranstaltung am 2. Juli sind interessierte Eltern, Verbände und Vereine, Wissenschaftler sowie Vertreter der Praxis herzlich eingeladen. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei. Gebärdensprachdolmetscher können bestellt werden (bitte bei Bedarf anmelden).