RE-PRODUCTION 2008 - Dank PID zum perfekten Menschen?

Pressemitteilung vom 17.04.2008
Deutsche und tschechische Jugendliche präsentieren ihre Filme zum Thema Präimplantationsdiagnostik
Zeit 18. April 2008, 10:00 Uhr bis 14:30 Uhr
Ort Neues Rathaus Leipzig
Großer Festsaal

Im medienpädagogischen Praxisprojekt "PID - Perspektiven im Diskurs", durchgeführt von der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung in Kooperation mit der Abteilung Sozialmedizin an der Universität Leipzig, haben sich Jugendliche aus Tschechien und Deutschland mit dem Thema Präimplantationsdiagnostik (PID) auseinandergesetzt.

Die PID ist ein Verfahren der genetischen Untersuchung von Embryos nach einer künstlichen Befruchtung und vor dem Einsetzen in die Gebärmutter der Frau und wird international sehr kontrovers diskutiert. Das in Deutschland verbotene, in Tschechien hingegen erlaubte Verfahren verspricht einerseits Eltern "gesunde" Kinder, weckt andererseits aber Befürchtungen einer Selektion und Diskriminierung kranker und behinderter Menschen.

Die Jugendlichen haben Ihre eigenen Standpunkte zur PID kreativ in eigenen Filmen umgesetzt, die sie nun der Öffentlichkeit vorstellen. Unter dem Titel RE-PRODUCTION 2008 präsentieren die Jugendlichen ihre Filme und diskutieren mit tschechischen und deutschen ExpertInnen aus Wissenschaft, Medien und Politik.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts ist es, Sichtweisen und Meinungen Jugendlicher zu Themen der Biotechnologie in den öffentlichen Diskurs über diese Technologien zu integrieren. Vier Jugendgruppen im Alter von 16 bis 18 Jahren aus Prag, Pirna und Leipzig haben sich in Filmprojekten an ihren Schulen intensiv mit dem Thema PID auseinander gesetzt. Die SchülerInnen, die meist noch nie etwas von PID gehört hatten, erarbeiteten sich zunächst im Unterricht, in Exkursionen und Expertengesprächen und bei einem gemeinsamen Workshop in Tschechien eine eigene Position zur PID. Die Diskussionen der Jugendlichen spiegelten auch kulturell unterschiedliche Auffassungen wider. In ihren selbst gemachten Filmen bringen die Jugendlichen ihre Meinung zur PID in ihrer eigenen (Film-)Sprache zum Ausdruck und thematisieren ethische und soziale Aspekte des Verfahrens.

Auf der Abschlussveranstaltung, die in englischer Sprache stattfindet, treffen die Jugendlichen nach der Filmpräsentation in moderierten Round-Table-Diskussionen auf eingeladene ExpertInnen. Hier geht es darum, wie die Jugendlichen die öffentliche Debatte zum Thema PID mitgestalten und sich weiterhin öffentlich positionieren können. Als ExpertInnen sind u. a. eingeladen: Prof. Maria Kučerová (Genetikerin an der Karls-Universität, Prag) und Prof. Petr Zvolsky (Mitglied der Ethikkommission des tschechischen Ministeriums für Gesundheit), die Filmemacherinnen Monika Hasková (Prag) und Angelika Schmidt-Biesalski (Heidelberg) sowie Dr. Sigrid Graumann (Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft, Berlin).

Ansprechpartner:
Jan Keilhauer
E-Mail: keilhau@uni-leipzig.de

Gregor Weißflog
E-Mail: gregor.weissflog@medizin.uni-leipzig.de