"Preis für junge Lehrende" ging an Uni Leipzig

Pressemitteilung vom 07.04.2008
Ein neues Lehrkonzept für Medizinstudenten der Universität Leipzig, mit dem die Gesprächsführung der angehenden Ärzte geprobt wird, wurde von der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) mit dem GMA-Preis für junge Lehrende ausgezeichnet.

Der mit 1000 Euro dotierte Preis ging an Dipl. Psych. Katrin Rockenbauch, die das Konzept gemeinsam mit Dr. Yve Stöbel-Richter und Dr. Oliver Decker, alle Abteilung Medizinische Soziologie und Medizinische Psychologie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, entwickelt hat. Das genaue Thema lautet: "Implementierung eines Längsschnittcurriculums zur Gesprächführung für Medizinstudierende im Grundstudium". Als herausragende Elemente des Projekts wurden von der zwölfköpfigen Jury die sehr gut strukturierte, fundierte und inhaltlich tiefgehende Auseinandersetzung mit den Themen Kommunikation und Reflexion unter Einsatz von peer-assisted learning und Schauspielpatienten bei gleichzeitiger Einbettung in ein umfassendes Konzept zur Qualitätssicherung beurteilt.

Das neue Lehrkonzept der Gesprächsführung ging einher mit der Einführung der neuen Approbationsordnung für Ärzte. Der Kursus wurde im Grundstudium angesiedelt und geht über zwei Semester. Durchgeführt wird er von studentischen TutorInnen unterschiedlicher Fachrichtungen (peer assisted learning), die alle eine Grundausbildung und fortlaufende Schulungen sowie Supervision zum Thema erhalten. "Ziel des Kurses ist es, das eigene Gesprächsführungsverhalten zu reflektieren und ggf. neue Handlungsweisen in das eigene Verhalten einzubeziehen.", erläutert Professor Dr. Elmar Brähler, Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie.

Rollenspiele und Schauspieler

Didaktische Mittel die dazu verwendet werden, sind: Rollenspiele, Einsatz von Videofeedback, Übungen zur Kommunikation, Gespräche mit Schauspielpatienten, Gespräche mit Patienten, regelmäßige Evaluation der Kurse und Einbeziehung der Ergebnisse in das jeweils folgende Semester. Besonders hervorzuheben ist das Konzept des peer assisted learning.

Für den Kurs werden in Leipzig SchauspielpatientInnen eingesetzt. Die StudentInnen befürworten diese Kurse und betonen immer wieder die praktische Herangehensweise und die an den Interessen und Bedürfnissen der Studierenden ausgerichtete Vorgehensweise in kleinen Gruppen. Bedauert wird, dass die Gesprächsführung nicht auch im Hauptstudium weitergeführt wird.