Suizidraten in Sachsen senken

Pressemitteilung vom 03.04.2008
Neben der European Alliance Against Depression (EAAD) wird bald ein zweites europäisches Großforschungsprojekt zum Thema Depression von Leipzig aus gesteuert. OSPI-Europe ("Optimised suicide prevention programs and their implementation in Europe") wird koordiniert von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums und widmet sich speziell der Suizidprävention in Europa. Auch in Sachsen sollen die Suizidraten gesenkt werden.

In Europa werden jährlich rund 58.000 Suizide registriert, ein Großteil davon sind Folgen einer Depression. Ziel von OSPI ist es, die Wirksamkeit einer gemeindebasierten Mehrebenenintervention zur optimierten Versorgung depressiv Erkrankter und Prävention von Suizidalität im europäischen Kontext zu untersuchen. Dazu wird, aufbauend auf dem Modellprojekt "Nürnberger Bündnis gegen Depression" und vorhandenen best practice Strategien zur Suizidprävention, ein umfassendes Präventionsprogramm entwickelt und in Deutschland, Estland, Irland und Portugal getestet.

Als Interventionsregion für Deutschland wird auch Leipzig stark von OSPI profitieren: "OSPI wird den Aktivitäten des für 2008 geplanten Leipziger Bündnis gegen Depression zu Gute kommen und dazu beitragen, die Suizidraten in Sachsen soweit zu reduzieren, dass es seine unrühmlichen Spitzenposition unter den Bundesländern wieder abgeben kann," freut sich Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig und Initiator von EAAD und OSPI, über den Erfolg. Zu Recht: In Sachsen wurden im Jahr 2006 insgesamt 649 Suizide verzeichnet, 77 davon in Leipzig.

OSPI-Europe wurde im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU beantragt und ist mittlerweile mit einer Summe von drei Millionen Euro zur Förderung vorgesehen. Die Projektpartner stammen aus Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern, darunter Großbritannien, Belgien und Slowenien.

Kathrin Winkler