3. Leipziger Kurs zur Diagnostik und Therapie von Kehlkopferkrankungen

Pressemitteilung vom 03.03.2008
Rund 100 Fachleute aus der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Phoniatrie erwartet die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde / Plastische Operationen der Universität Leipzig zum 3. Leipziger Kurs zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Kehlkopfs und Rachens. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang den Krebserkrankungen. "Der Kurs hat sich mittlerweile als feste Größe der Tagungen zur modernen HNO-Onkologie im Veranstaltungskalender des europäischen deutschsprachigen Raums etabliert und erfreut sich sehr regen Interesses", so Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Universitätsklinik Leipzig und Veranstalter des interdisziplinären Kurses.
Zeit 05. März 2008 bis 08. März 2008
Ort Hörsaal der Kopfkliniken
Bayrischer Platz
Liebigstraße 10-14

Angesichts der aktuellen Herausforderungen für die Mediziner ist die fachübergreifende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kehlkopferkrankungen von besonderer Bedeutung. Erst sieSie erst ermöglicht die optimale Betreuung der gemeinsamen Patienten. "Die zunehmend subtilere Diagnostik, Diversifikation der operativen Möglichkeiten und teilweise fachübergreifende Rehabilitation lassen Therapieentscheidungen im zunehmenden Maße komplexer werden", erläutert Dietz. Für viele Fragestellungen gebe es konkurrierende bzw. ergänzende chirurgisch technische Optionen. "Oft ist es aber nicht die Technik allein, sondern das Konzept, in das einzelne Techniken eingebettet werden, um auf der Endstrecke erfolgreich zu sein", unterstreicht der Mediziner die Bedeutung der Zusammenarbeit.

Solche Konzepte seien vor allem in der Kopf-Hals-Onkologie in zunehmenden Maß ein zunehmendem Maß multimodal und integrierten ausgereifte chirurgische Verfahren mit Chemo- und Radiotherapien, die ein enges Zusammenarbeiten der beteiligten Fächer erforderten. Als weiteres Beispiel nennt Dietz, der den Kurs zusammen mit Herrn Prof. Dr. Felix I.C.R.S. de Jong (University Medical Centre St Radboud, Nijmegen, Holland), einem weltweit ausgewiesenen Phonochirurgen, durchführt, die Phonochirurgie, die in isolierter Betrachtung ohne Stimmtherapie nur Teilerfolge erzielen könne. Neben der gemeinsamen Betrachtung und Reflektion von Operationen soll während des Kurses durch täglich stattfindende so genannte Tumorboards eine Diskussion durch Experten mit den Kursteilnehmern angeregt werden. Die Teilnehmer des Kurses sollen für rekonstruktive und funktionsverbessernde Operationstechniken sensibilisiert werden und lernen, die Möglichkeiten des Machbaren einzuschätzen.

Der Kurs ist laut Dietz auch Ausdruck der mittlerweile überregional ausstrahlenden Zusammenarbeit der mit Kopf-Hals-Tumoren befassten Kliniken, wie HNO, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Augenheilkunde, Neurochirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Nuklearmedizin, Chirurgie und Onkologie des Universitätsklinikums Leipzig. Neben einem gemeinsamen Tumorboard, in dem alle Patienten interdisziplinär besprochen werden, führen die beteiligten Fachgebiete auch viele Therapiekonzepte gemeinsam durch.

Prof. Dr. Dietz freut sich sehr über das gute Zusammenwachsen der Disziplinen am Uniklinikum, welches sich mittlerweile in großen, deutschlandweiten Therapiestudien niederschlägt, die unter Leipziger Federführung durchgeführt werden. "Hierdurch konnte beispielsweise eine große Kompetenz für die organerhaltende Therapie von Kopf-Hals-Tumoren, insbesondere im Bereich Kehlkopf und Rachen, erarbeitet werden", so Dietz. Innerhalb dieser Konzepte kommen nach seinen Angaben hoch komplexe und ausgereifte Operationsverfahren in Kombination mit High-end-Strahlen- und Chemotherapie zur Anwendung. In einem erst kürzlich erschienen Lehrbuch wurden die aktuellen Fortschritte zusammengefasst und der Fachwelt zur Verfügung gestellt.

Jörg Aberger