Leipziger Anatom erhält Yokochi-Preis

Pressemitteilung vom 23.01.2008
Dr. rer. medic. Hanno Steinke, Institut für Anatomie der Universität Leipzig, hat den Yokochi-Preis für seine Aktivitäten im Rahmen der Forschungskooperation zwischen der Universität Leipzig und der Tokyo Medical University erhalten. Der Preis wird in Japan durch die Kanehara-Ichiro-Foundation zur Förderung deutsch-japanischer Projekte im Bereich Medizin verliehen.

Der Preis ist mit 420.000 Yen (2.545 Euro) monatlich dotiert und enthält außerdem die Flugkosten aus Stiftungsmitteln des Yokochi-Rohen-Anatomieatlasses. Dr. Hanno Steinke ist momentan zu einem Forschungsaufenthalt am Department of Anatomy der Tokyo Medical University.

Dort erforscht er die Rückenmuskulatur. Deren Versorgung mit Nervensträngen wird in Lehrbüchern verschieden angegeben. Der deutsch-japanischen Arbeitsgruppe gelang es, den Verlauf der Nervenverästelung zu beschreiben, insbesondere der Rückenmarksnerven am Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule. Außerdem präpariert Steinke in Tokyo mit den japanischen Kollegen die Muskulatur von vorn. Normalerweise erfolgt die Präparation von hinten. Durch den unüblichen, aufwendigeren Zugangsweg von vorn, den die Gruppe in Tokyo und Leipzig entwickelt hat, kann die Nervenvesorgung nach Meinung der Gruppe besser beschrieben werden. Jetzt müssen keine Muskeln mehr zerstört werden, ehe man zum Ursrung der hinteren Spinalnerven gelangt. Durch die Publikationen, die aus dieser Methode entstanden, bekam Steinke die Unterstützung der Kanehara-Ichiro-Foundation.

Die Ergebnisse der Arbeit der japanisch-deutschen Forschergruppe wurden in mehreren Zeitschriften und einem Buch veröffentlicht.

Der Yokochi-Preis wird verliehen an Deutsche und kann für Projekte in Japan eingesetzt werden, die der deutsch-japanischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Anatomie dienen. Der Studienaufenthalt in Japan beträgt in der Regel ein Jahr, kann aber in Ausnahmefällen verlängert oder verkürzt werden.