Gene oder Umwelt - was macht uns krank?

Pressemitteilung vom 01.10.2009
Die Selbständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig richtet im Carl-Ludwig-Institut der Medizinischen Fakultät den 12. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM) aus. Er steht unter dem Titel "Gene, Umwelt und Gesundheit". Schwerpunkt ist die Interaktion von Genen und verschiedenartigen Umwelteinflüssen bei der Entstehung von Krankheiten.
Zeit 01. Oktober 2009 bis 03. Oktober 2009
Ort Carl-Ludwig-Institut
Liebigstraße 27
04103 Leipzig

Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms vor einigen Jahren schien es möglich geworden zu sein, genetische Grundlagen verschiedenster Erkrankungen zu benennen. Doch die Euphorie wurde gedämpft durch die Erkenntnis, dass die Identifikation genetischer Marker den Ausbruch verschiedener Erkrankungen zwar möglich macht, aber in den meisten Fällen nur Wahrscheinlichkeitsaussagen möglich sind. Aktuell wird mehr und mehr auf die Untersuchung des Zusammenspiels von Genen und Umweltbedingungen bei der Entstehung von Krankheiten orientiert. Diesem Thema widmet sich auch der 12. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM) unter dem Titel "Gene, Umwelt und Gesundheit". Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation, die Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVM) und die Selbständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig.


Besonders wichtig, so Prof. Elmar Brähler, Leiter der Selbständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, sei "dass unter Umweltfaktoren nicht nur physische Einflüsse wie Strahlung oder Schadstoffe verstanden werden, sondern auch Persönlichkeitsfaktoren und Lebenssituationen wie die finanzielle Lage des Menschen oder der Anteil an Grünflächen in seinem Wohngebiet. Der Blick auf die Gesamtheit dieser Faktoren erklärt, warum bei gleicher genetischer Ausstattung die eine Person erkrankt und die andere nicht. Wichtig ist dieses Herangehen auch für die Entwicklung von Präventionsstrategien."


Zu den Referenten, die von namhaften Forschungseinrichtungen nach Leipzig gekommen sind, gehört unter anderem Prof. Ana V. Diez von der University of Michigan. Sie wird verschiedene Forschungsansätze zur Integration psychischer und sozialer Risiken in das Paradigma der Gen-Umwelt-Interaktionen vorstellen und diskutieren. Über die Integration von psychosozialen Faktoren in die Ursachenforschung von Übergewicht spricht auch Prof. Dr. Johannes Hebebrand von der Universität Duisburg/Essen.

Marlis Heinz