Labormedizinische Spurensuche im menschlichen Mikrokosmos - was uns gesund hält und krank macht

Pressemitteilung vom 29.09.2009
Individualisierte Diagnostik und Therapie sind die Schlagworte der modernen Medizin. Sie umreißen, wohin die Medizin geht und welche Möglichkeiten sich aus jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und labortechnischen Fortschritten ergeben. Die 6. Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) in Leipzig (7. bis 10. Oktober 2009) behandelt genau diese Schnittstelle zwischen modernsten Entwicklungen der klinischen und biomedizinischen Grundlagenforschung und der labormedizinischen Diagnostik für den Patienten. Auf der Pressekonferenz werden beispielhaft einige spannende Themenbereiche vorgestellt.
Zeit 08. Oktober 2009, 11:00 Uhr
Ort Congress Center Leipzig, Raum VIP 4
Messeallee 1, Leipziger Messegelände

1. Troponin - ein Herzmuskelmarker, der es in sich hat

Tagungspräsident Prof. Dr. med. Joachim Thiery, Direktor des Institutes für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und molekulare Diagnostik und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gibt einen Überblick über die Höhepunkte der Konferenz. Außerdem informiert er über einen neuen Labortest, der es ermöglicht, das Eiweiß Troponin, das speziell bei einem Herzinfarkt ausgeschüttet wird, in niedrigster Konzentration nachzuweisen. Das ist wichtig, um das Ausmaß des Schadens nach einem Infarkt zu bewerten und damit die Behandlung optimieren zu können. Prof. Thiery informiert auch über die Bedeutung des LIFE-Projektes, mit dem die Universität Leipzig molekulare Ursachen umwelt- und lebensstilassoziierter Erkrankungen erforschen will.

2. Ersetzt die Maschine im Labor den Menschen?

Der Präsident der DGKL und Direktor des Institutes für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. med. Karl J. Lackner, setzt sich mit dem Thema auseinander, ob die zunehmende Automatisierung im Labor den Menschen ersetzen kann und was die Labormedizin der Zukunft leisten kann.

3. Den Molekülen auf der Spur - die Gewichtsbestimmung revolutioniert die Labormedizin

Dr. Uta Ceglarek, Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am Universitätsklinikum Leipzig, stellt vor, wie verfeinert die Diagnostik in der Laboratoriumsmedizin heute schon ist. So ist man durchaus in der Lage, einen Zuckerwürfel im Cospudener See nachzuweisen. Dies geschieht über die Bestimmung des Gewichts von Molekülen. Welche Bedeutung solche exakten Nachweise für die klinische Diagnostik haben, wird ebenfalls erklärt.

4. Biomarker für Restless-Legs-Syndrom

Erfolgreich war die Labormedizin auch mit der Entdeckung, dass das sogenannte Restless-Legs-Syndrom, welches einen Bewegungsdrang in den Beinen hervorruft, mit Entgleisungen des Eisenstoffwechsels einhergeht. Herausgefunden hat das Prof. Thomas Meitinger vom Helmholtz-Institut für Humangenetik Neuherberg bei München. So kann man hoffen, diese als schwer behandelbar geltende Erkrankung vielleicht bald erfolgreich therapieren zu können. Mehr dazu auf der Pressekonferenz.

5. Ist Prävention bezahlbar?

Die Möglichkeiten der Labormedizin, immer mehr neue Marker für Krankheiten zu finden, machen Prävention in weit größerem Umfang als bisher möglich - eine Herausforderung für unser Gesundheitssystem. Prof. Dr. Oberender von der Forschungsstelle für Sozialrecht und Gesundheitsökonomie der Universität Bayreuth setzt sich auseinander mit den Konsequenzen für das moderne Gesundheitssystem.

Rückmeldung:
Bitte informieren Sie uns, ob Sie an unserer Pressekonferenz teilnehmen wollen unter +49 3641 35 33 229 oder romy.held@conventus.de.

Foto und Film:
Die bildgebenden Medien haben die Möglichkeit vor der Jahrestagung interessante Aufnahmen in unserem Zentrallabor zu machen. Dort kann man z. B. sehen, wie sich Automaten wie von Geisterhand bewegen, um Proben zu bearbeiten. Sie können gern auch den Weg verfolgen, den Patientenproben gehen, also den Weg von der Blutentnahme über das Labor bis zur Auswertung durch den Arzt. Bitte aber unbedingt vorher mit dem Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik abstimmen: +49 341 97-22200 oder katja.duczek@medizin.uni-leipzig.de.