Einladung zur Pressekonferenz: Eine Brille für Blinde

Pressemitteilung vom 18.09.2009
Eine Brille, die Blinde sehend macht, kennen wir bisher nur aus der Sience-Fiction-Literatur. Jetzt spielt sie auch eine Rolle in der Gegenwart: Auf dem DESIGN&ELEKTRONIK-Entwicklerforum "Embedded goes medical", welches die Hochschule für Technik und Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) gemeinsam mit dem Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) der Universität Leipzig veranstaltet, wird ein Modell vorgestellt, mit dem Sehbehinderte wieder beginnen können, die Welt auch visuell zu erkennen. Auf einer Pressekonferenz machen wir Sie mit erstaunlichen neuen Ansätzen für die Entwicklung medizinischer und biomedizinischer Geräte bekannt.
Zeit 22. September 2009, 12:15 Uhr
Ort Lipsius Bau der HTWK Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße 145
Raum 113

Die Medizintechnik wird immer komplexer und teurer. Fehlentwicklungen und Inkompatibilität der Geräte kann man sich immer weniger leisten. Mit einem neuen Ansatz für die Entwicklung medizinischer und biomedizinischer Geräte wollen die Experten dem begegnen und damit zugleich neue Möglichkeiten für die medizinische Behandlung erschließen und noch mehr Sicherheit für den Patienten gewährleisten.

Einen wesentlichen Schritt stellen kleine, in die Medizintechnikgeräte eingebaute Rechnersysteme - "Embedded-Systems" dar. Bereits in der Konzeptionsphase der Embedded-System-Entwicklung treffen Ärzte Entwickler und Entwickler Anbieter, um Geräte und Systeme für den Einsatz im medizinischen Umfeld erfolgreich zur Serienreife zu bringen. Ansatzpunkt ist die exakte Ermittlung der Bedürfnisse der Mediziner in Übereinstimmung zu bringen mit dem Fortschritt der Wissenschaft und den Möglichkeiten der Wirtschaft. "Embedded goes medical" soll ein Forum für Mediziner und Techniker, Informatiker und Vertreter der Wirtschaft sein, um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen.

Auf unserer Pressekonferenz wollen wir Sie mit den wichtigsten und spektakulärsten Themen des Entwicklerforums bekannt machen.

1. Was braucht der Chirurg im Operationssaal?
Prof. Dr. med. Jürgen Meixensberger, Sprecher des Innovationszentrums für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) und Direktor der Klinik für Neurochirurgie erläutert, wie viel Informationsquellen und Gerätetechnik dem Chirurgen im modernen Operationssaal bereits heute und zukünftig vermehrt zur Verfügung stehen und die operative Behandlung in Hinblick auf Präzision und Effizienz beeinflussen wird. Oberstes Gebot dabei bleibt aber die Sicherheit des Patienten. Was braucht der Operateur in der Zukunft? Wie sieht sein zukünftiger Operationssaal aus?- Die Beantwortung dieser Fragen und der Erfolg von Medizintechnikprodukten setzen ein umfassendes Verständnis des chirurgischen Umfeldes durch technische Entwickler voraus. Im Rahmen des ICCAS-Workshops Prozesse im OP - Operationsabläufe aus Sicht des Technikers werden daher u. a. die speziellen Einsatzbedingungen im Operationssaal für technische Interessenten vorgestellt. Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragestellungen kooperieren ICCAS und seine klinischen Partner mit mittelständischen Medizintechnikunternehmen in der Region zur Entwicklung eines Medizintechnologie-Clusters.

2. Embedded goes medical
Prof. Dr.-Ing. Matthias Sturm von der HTWK Leipzig entwickelt sogenannte Embedded Systems, die kleinen Rechnersysteme, die in unseren Alltag integriert sind, sei es in Kaffeemaschinen, Autos oder Bankterminals. In der Medizingerätetechnik eröffnen sich neue Anwendungsfelder. Er erklärt, warum es zu diesem Zeitpunkt wichtig ist, dass sich Ingenieure und Ärzte treffen.

3. Roboter im Operationssaal
Prof. Dr. rer. nat. Tim Lüth von der Technischen Universität München ist einer der Pioniere für die Entwicklung der modernen Medizingerätetechnik und einer der wichtigsten Kooperationspartner von ICCAS. Er ist maßgeblich beteiligt an der Entwicklung von robotergestützten Präzisionsinstrumenten für neurochirurgische und andere operative Eingriffe im Kopfbereich. Er umreißt die Möglichkeiten für Roboter im Operationssaal und deren Grenzen.

4. Interaktion von Medizintechnik und Chirurg
Dr. Werner Korb, Nachwuchsgruppenleiter bei ICCAS, beschäftigt sich mit der Risikominimierung bei der Anwendung hochkomplexer Medizintechnologie, wie der genannten chirurgischen Robotik oder Mechatronik. Einer der wesentlichen Aspekte ist dabei die veränderte Mensch - Maschine - Interaktion. Validierte standardisierte Verfahren zur Bewertung fehlen bisher, sind aber für die Sicherheit und Effizienz in der Interaktion notwendig. In aktuelle Projekten untersucht die Arbeitsgruppe das Risiko bei der Anwendung von Planungssoftware in der neurochirurgischen Tiefenhirnstimulation sowie beim Einsatz von Herzlungenmaschinen in der Herzchirurgie.

5. Hightech-Brille für Sehbehinderte
Was ist dran an der Brille für Blinde? Prof. Dr.-Ing. Jens Jäkel, Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der HTWK Leipzig arbeitet gemeinsam mit der Universitätsaugenklinik Leipzig und einer mittelständischen Firma an einer elektronischen Sehhilfe für Sehbehinderte - ein erfolgreiches Projekt, das die interdisziplinäre Zusammenarbeit demonstriert. Wie die Brille funktioniert und wohin die Entwicklung geht - darüber spricht Prof. Jäkel auf unserer Pressekonferenz.

Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse wecken konnten und Sie an unserer Pressekonferenz teilnehmen. Bitte melden Sie sich an bei Katharina Märker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig unter der Telefonnummer (0341) 3076-6299 oder mit Mail pressestelle@htwk-leipzig.de.