Identifizierung durch Zähne

Pressemitteilung vom 15.06.2009
Erstmals wurde am Institut für Rechtsmedizin der Universität Leipzig ein Speziallehrgang für Zahnärzte zur Identifizierung von Toten im Auftrag des Arbeitskreises für Forensische Odontostomatologie und des Bundeskriminalamtes veranstaltet. "So eine Weiterbildung hat es bisher im deutschsprachigen Raum bisher noch nicht gegeben", sagt Prof. Dr. Rüdiger Lessig, Stellvertretender Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Leipzig und Experte für die Identifizierung über den Zahnstatus.
Ort Institut für Rechtsmedizin
Johannisallee 28

"Es gab zwar Kollegen, die sich darauf spezialisiert haben, aber wie die Folgen des Tsunamis 2005 zeigten, sind in Katastrophensituationen einfach mehr gutausgebildete Kollegen auf diesem Gebiet gefragt. Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis Forensische Odontostomatologie (AKFOS) und die Identifizierungskommission (IDKO) des Bundeskriminalamtes beschlossen, für interessierte Kollegen eine Weiterbildung mit praktischer Übung einzuführen", so Lessig weiter. Als Vorstandsmitglied von AFKOS ist Prof. Dr. Rüdiger Lessig für diese Weiterbildung zuständig. Beteiligt an den Kursen ist ebenfalls die Bundeswehr mit ihren Zahnärzten.

Schwerpunkte der 1. Weiterbildung:

  • Einführung in die Grundlagen der Identifizierungstätigkeit im Bezug auf die Organisation, Rechtsgrundlagen und Standards
  • Einführung in die rechtsmedizinische Untersuchung unbekannter Toter
  • Einführung in die Möglichkeiten der forensischen Anthropologie
  • Weiterbildung auf dem Gebiet der zahnärztlichen Identifizierungstätigkeit bei Massenkatastrophen mit Vermittlung der Dokumentationsstandards, der Möglichkeiten der Altersschätzung
  • Einsatz bildgebender Verfahren zur Identifizierung
  • Einführung in die Möglichkeiten der forensischen Molekulargenetik bei der Identifizierung unbekannter Toter