Was passiert im Hirn, wenn der Mensch etwas fühlt? - Psychologen tagen in Leipzig

Pressemitteilung vom 04.06.2009
Auf welche Weise sind die psychischen Prozesse wie etwa Wahrnehmung und Denken als physiologische Abläufe in unserem Gehirn erklärbar und über biopsychologische Maße wie beispielsweise Hirnströme, Blutfluss-Veränderungen oder Änderungen der Pupillengröße messbar? Diese allgemeine Fragestellung der Psychophysiologie wird auf der "35. Arbeitstagung Psychophysiologie und Methodik (APM)" in ganzer Bandbreite präsent sein. Die Universität Leipzig und das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften sind in diesem Jahr die Ausrichter.
Zeit 11. Juni 2009 bis 13. Juni 2009

Die APM 2009, zu der rund 350 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum anreisen, dient als Jahrestagung der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) sowie der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA).
Neben dem allgemeinen Blick auf neue Ergebnisse ihrer Wissenschaft gilt das Interesse der Teilnehmer einigen ganz speziellen Themen. "In diesem Jahr werden u. a. Emotionen im Rampenlicht stehen", erläutert Prof. Erich Schröger, Mitorganisator der Veranstaltung. "Dieses komplizierte Gebiet rückt zunehmend ins Blickfeld, weil wir inzwischen so viel über die Methoden gelernt haben, dass sie nicht mehr nur auf relativ überschaubare Fragestellungen wie zum Beispiel nach den neurobiologischen und biopsychologischen Grundlagen der Wahrnehmung anwendbar sind. Die hoch entwickelten methodischen Werkzeuge helfen uns jetzt auch, solche komplizierten und komplexen Phänomene wie die Gefühle zu analysieren."

Diskussionsstoff für die Experten wird im Rahmen der Debatten über die Methoden der Hirnstrommessung die Fragestellung bringen, wo im Gehirn diese an der Schädeloberfläche messbaren Ströme eigentlich entstehen. Zu den mit Spannung erwarteten Vorträgen , so Schröger, zählt das Abschlussreferat von Prof. Dr. Roman Ferst von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der über "Gene, Hormone und Gefühle" reden wird. "Er forscht seit Jahren über die Bedeutung des Geruchssinnes für bestimmte Phänomene wie etwa die Inzestvermeidung."

mhz