Medizintechnologie: Neuer Hightech-Hotspot für Leipzig

Pressemitteilung vom 28.05.2009
Private Investoren und Kooperation mit der Universität Leipzig gewährleisten medizintechnische Forschung auf höchstem Niveau im International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC)

Mit einer Investitionssumme von drei Millionen Euro und der Ausrichtung auf Praxistests und Weiterentwicklung chirurgischer Hightech-Systeme ist die Ansiedlung des medizintechnologischen Referenzzentrums IRDC ein Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen Universität Leipzig und der Privatwirtschaft. Wichtigster Unterstützer des Referenz- und Entwicklungszentrums für chirurgische Technologie ist der internationale Marktführer für Endoskope, spezialchirurgische Instrumente und integrierte Operationssaal-Lösungen KARL STORZ aus dem schwäbischen Tuttlingen mit Leipziger Wurzeln.

Praxistest für Hochtechnologie

Das IRDC wird medizintechnische Assistenzsysteme auf ihre Praxistauglichkeit prüfen, den Fortschritt computerassistierter OP-Technologien vorantreiben sowie Chirurgen in ihrer Anwendung trainieren. Beispiele sind chirurgische Navigationssysteme, navigiert-kontrollierte Instrumente, dreidimensionale OP-Planungssysteme oder Mikromanipulatoren - dies sind unter anderem in der Mikrochirurgie bei winzigen mechanischen Eingriffen angewandte, hoch präzise Geräte. Im Mittelpunkt der Tätigkeit des IRDC stehen zunächst spezialchirurgische Disziplinen wie die HNO- oder orthopädische Chirurgie. Das IRDC schafft dafür eine wegweisende Infrastruktur: zwei OP-Säle mit neuartiger Cockpit-Architektur und fortschrittlicher Geräteanordnung sowie neuartige Konzepte für den Untersuchungsraum. Außerdem bietet es auf mehr als 800 Quadratmetern Fläche Voraussetzungen für chirurgische Trainingskurse, Entwicklerworkshops oder Telekonferenzen.

ICCAS entwickelt Grundlagen für IRDC

Leipzig erhielt den Zuschlag aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen auf dem Sektor medizinischer Hochtechnologie. Zu den sehr guten regionalen Voraussetzungen zählt das bereits seit 2005 an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gegründete Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm Unternehmen Region - Zentren für Innovationskompetenz (ZIK). Am ICCAS entwickeln Neuro- und Herzchirurgen sowie HNO-Ärzte gemeinsam mit Informatikern und Ingenieuren Grundlagen für moderne medizintechnologische Systeme. Zudem arbeiten Leipziger Wissenschaftler in mehreren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Forschungsprojekten, unter anderem in Kooperation mit dem Lehrstuhl Mikrotechnik und Medizingerätetechnik der Technischen Universität München.

Wissenschaftliches Transfernetzwerk erweitert

Mit der Ansiedlung des IRDC festigt Leipzig seinen internationalen Ruf als Standort erster Liga für medizintechnologische Forschung und Entwicklung, chirurgische Ausbildung sowie Training. Jährlich erwartet das Hochtechnologie-Zentrum mehr als 300 Fachbesucher aus aller Welt. Das IRDC hat dazu eine weit reichende Zusammenarbeit vereinbart mit nationalen und internationalen chirurgischen Partnern, der medizinischen Fakultät der Universität, dem Universitätsklinikum Leipzig sowie dem Lehrstuhl Mikrotechnik und Medizingerätetechnik der TU München. PD Dr. Gero Strauß bleibt auch als zukünftiger Direktor des IRDC in Personalunion Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde/Plastische Operationen des Universitätsklinikums Leipzig. Der Direktor der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Leipzig, Professor Andreas Dietz, leitet das International Board of Experts sowie die enge Zusammenarbeit zwischen IRDC, Universität und Universitätsklinikum Leipzig. Ebenso wird mit Professor Tim C. Lüth, Lehrstuhl Mikrotechnik und Medizingerätetechnik der TU München, ein wesentlicher Protagonist des IRDC im Vorstand vertreten sein.

Das Referenz- und Entwicklungszentrum wird im Sommer 2009 seine Arbeit aufnehmen. Zur Eröffnung mit Pressekonferenz und Tag der offenen Tür wird rechtzeitig eingeladen.