Leipzig stärkt die Depressionsforschung

Pressemitteilung vom 13.05.2009
Der Mediziner und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Prof. Dr. med. Hubertus Himmerich hat im April die Claussen-Simon-Stiftungsprofessur für Neurobiologie affektiver Störungen an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig angetreten. Prof. Himmerich wird sich vor allem der wissenschaftlichen Untersuchung der Regulation von Körpergewicht, Immunsystem und Vigilanz bei Patienten, die an einer Depression oder an einer bipolaren Störung erkrankt sind, widmen.

"Wir sind sehr dankbar, dass die Claussen-Simon-Stiftung die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie in Leipzig durch Finanzierung dieser Stiftungsprofessur über die nächsten sechs Jahre unterstützt", so der Leiter der Klinik Prof. Dr. Ulrich Hegerl. "Die Forschungsaktivitäten unserer Klinik zu Depression und Manie gewinnen hierdurch weitere Dynamik."

Prof. Himmerich ist wissenschaftlich besonders auf den Gebieten der Neuroendokrinologie und Neuroimmunologie ausgewiesen. Er promovierte an der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über biologische Alkoholismusmarker. Als Assistenzarzt und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, arbeitete er bei Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer und Prof. Dr. Thomas Pollmächer in den Arbeitsgruppen "Genetik der Depression" und "Neurophysiologie des Schlafes".

Die am Max-Planck-Institut für Psychiatrie durchgeführten Studien, die sich vor allem mit der Gewichtsregulation unter antidepressiver Therapie und den immunologischen Auffälligkeiten depressiver Patienten beschäftigten, bildeten die Grundlage für seine Habilitation am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg mit dem Titel "Plasmakonzentrationen von TNF-alpha und seinen löslichen Rezeptoren in der Allgemeinbevölkerung, bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen und während psychopharmakologischer Therapie".

Vor seiner Berufung war Prof. Himmerich als Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen tätig. Mit seinem Wechsel an die Universität Leipzig möchte sich Himmerich verstärkt für die Erforschung der Krankheit Depression einsetzen. "Ich möchte zur Aufklärung von zweierlei Zusammenhängen beitragen. Das ist erstens der Zusammenhang zwischen der biologischen Umwelt und der Erkrankung an einer Depression oder Manie. Und zweitens der Zusammenhang zwischen einer solchen affektiven Störung und den sich daraus ergebenden medizinischen Risiken; hierzu gehören Diabetes, Osteoporose, Schlafstörungen und Infektionserkrankungen", erläutert der Wissenschaftler seine Vorhaben.

Hintergrund:

An der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie des Universitätsklinkums Leipzig wird auf den Gebieten der Neurobiologie affektiver und dementieller Erkrankungen sowie der Zwangstörungen geforscht. Von der Leipziger Klinik aus wird das große internationale Projekte zur Suizidprävention (OSPI Europe - Optimizing suicide prevention programs and their implementation in Europe) und zahlreiche Projekte zur Versorgungsforschung inklusiver gesundheitsökonomischer Fragen geleitet (Kompetenznetz Depression/Suizidalität, Deutsches Bündnis gegen Depression e.V., Forschungsnetz psychische Gesundheit, EAAD - European Alliance Against Depression) sowie das Archiv für Leipziger Psychiatriegeschichte betrieben.

psychiatrie.uniklinikum-leipzig.de/_forschung/index.html

Die Claussen-Simon-Stiftung zur Förderung wissenschaftlich und technisch begabter junger Menschen aller Fachrichtungen wurde 1981 von dem damaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrates und langjährigen Vorsitzenden des Vorstandes der Beiersdorf AG, Georg W. Claussen, anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung des Unternehmens errichtet. Zur Ausstattung des Vermögens der Stiftung trugen Mitglieder der Familie des Stifters (Ebba Simon) und die Beiersdorf AG bei.
Die Claussen-Simon-Stiftung hat mit ihren Stipendien- sowie Förderprogrammen "Juniorprofessur", "Aktionsprogramm Doppelkarriere" und " Forschungsdozenturen" eine lange Tradition in der Förderung des akademischen Nachwuchses.

www.claussen-simon-stiftung.de