UKL erweitert stationäre Schmerztherapie um Akupunktur-Angebot

Pressemitteilung vom 14.09.2012
Chinesische Ärztin neu im interdisziplinären Schmerztherapeuten-TeamLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig werden Patienten mit chronischen Schmerzen jetzt auch mit Akupunktur behandelt. Das Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin erweitert die bisherige interdisziplinäre Schmerztherapie um ein wirksames Mittel zur Linderung schlimmster Schmerzen. Angewendet wird es von einer in China ausgebildeten Ärztin.
Bild vergrößern Mit Nadelstichen gegen chronische Schmerzen - am Uniklinikum Leipzig setzt Dr. Junping Zhao in der Schmerztherapie jetzt auch Akupunktur ein. Foto: Stefan Straube/ UKL  

Dr. Junping Zhao vervollständigt seit kurzem das interdisziplinäre Schmerztherapeuten-Team am UKL. Die Medizinerin bringt aus ihrer Heimat China das Wissen um einen besonders effektiven Einsatz der Akupunktur mit. Davon profitieren jetzt Patienten, die sich am Uniklinikum Leipzig stationär aufgrund chronischer Schmerzen behandeln lassen. Der Effekt der gezielten Nadelstiche sei beeindruckend, bestätigt Prof. Udo X. Kaisers, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. "Wir behandeln hier Menschen, die eine lange Leidensgeschichte hinter sich haben und deren Schmerzen auf keines der üblichen Mittel mehr ansprechen", so der Mediziner. „Viele dieser Patienten können sich jetzt dank unserer Behandlung einschließlich einer Akupunktur erstmals nach Jahren wieder schmerzfrei bewegen."

Mit dem neuen Therapieangebot ergänzt die Expertin aus China im Schmerzteam die Arbeit der Kollegen aus der Anästhesie und Intensivmedizin, der Orthopädie, aber auch Psychologie und Physiotherapie. Deren Ziel ist es, gemeinsam mit Hilfe einer multimodalen Schmerztherapie vor allem Patienten mit chronischen Rückenschmerzen dauerhaft zu helfen. Dazu gehören neben der Schmerzlinderung auch Verhaltensänderungen. Die Patienten lernen, Schonhaltungen aufzugeben, sich wieder freier zu bewegen und spezielle Belastungen zu vermeiden. „Dafür müssen oftmals zunächst die Schmerzen gezielt beseitigt werden, wobei uns jetzt die Akupunktur zusätzlich zu unseren bewährten Maßnahmen sehr gute Dienste leistet", so Prof. Christoph Heyde, stellv. Direktor der Klinik für Orthopädie am UKL.

Zwischen sieben und 14 Tagen dauert eine Akupunktur-Anwendung, die derzeit vorrangig von stationär behandelten Patienten genutzt werden kann. Perspektivisch sollen die lindernden Nadeln von Dr. Zhao auch den Patienten auf der Palliativstation helfen. „Außer den Rückenschmerzgeplagten können auch andere Schmerzpatienten von unserem Therapieverfahren profitieren", ist Prof. Kaisers überzeugt. „Umso mehr, da wir jetzt auch auf die Mittel der Traditionellen chinesischen Medizin zugreifen können."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.