Erstes deutsches Zahnärztliches Institut vor 125 Jahren in Leipzig begründet

Pressemitteilung vom 22.04.2009
Vor 125 Jahren wurde die universitäre Zahnheilkunde in Deutschland mit der Schaffung des Zahnärztlichen Instituts in Leipzig begründet. Die Tradition der akademischen Zahnheilkunde in Leipzig von 1884 bis in die Gegenwart ist Gegenstand einer Festveranstaltung.
Zeit 14. Mai 2009 bis 16. Mai 2009

"Ein honetter Mensch, der etwas gelernt hat, kann kein Zahnarzt werden." Dieser Antwort soll ein junger talentierter Mediziner dem Arzt und Pionier der Zahnheilkunde Georg Carabelli, der von 1787 bis 1842 lebte, gegeben haben, als dieser ihn überreden wollte, bei ihm Assistent zu werden. "Die Anekdote macht deutlich, dass der Ruf der Zahnärzte am Ende des 18. Jahrhunderts kaum schlechter sein konnte", sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Dannhauer, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Medizinischen Fakultät und der gemeinsam mit Professor Dr. Hans-Ludwig Graf, Vorsitzender der Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Leipzig, wissenschaftlicher Organisator der Tagung ist.

"Die meisten selbsternannten und nebenberuflich tätigen Zahnreißer übten ihre Kunst bis ins 19. Jahrhundert hinein auf Jahrmärkten aus", ergänzt Prof. Graf. "Es waren preußische und sächsische Universitäten, die den Anstoß für eine Integration der Zahnheilkunde in die akademische Heilkunde gaben." Das führte 1884 dann dazu, dass das 1. Deutsche Zahnärztliche Institut den regulären Vorlesungsbetrieb an der Universität Leipzig aufnehmen konnte.

Die Festveranstaltung richtet sich sowohl an Zahnmediziner als auch an Zahntechniker und Zahnarzthelfer; sie beinhaltet sowohl ein anspruchsvolles wissenschaftliches Programm als auch praktisch ausgerichtete Workshops; sie unternimmt einen Ausflug in die Geschichte, stellt aber auch neueste zahnmedizinische Erkenntnisse vor. Dabei wird Wert gelegt auf die Diskussion strittiger oder noch in Entwicklung befindlicher Methoden. Die Organisatoren freuen sich über viele renommierte Gäste, insbesondere über Vertreter der Familie Hesse, deren Vorfahr Friedrich Louis Hesse seinerzeit die Zahnheilkunde in Leipzig begründete und nach dem nicht nur ein traditionsreiches Symposium benannt wurde, sondern nach dem in diesem Jahr das Zentrum für Orale Medizin benannt wird.