Großes Interesse am Research Festival for Life Science 2010

Pressemitteilung vom 20.12.2010
Das inzwischen neunte Research Festival for Life Science der Universität Leipzig am vergangenen Freitag im Max-Bürger-Forschungszentrum in der Johannisallee vereinte 341 Posterbeiträge junger Wissenschaftler, Ärzte und Doktoranden aus den Bereichen Medizin und Lebenswissenschaften. Der Universitätswettbewerb um die begehrten Nachwuchspreise war geprägt vom hohem wissenschaftlichen Niveau der eingereichten Arbeiten und lebhaftem interdisziplinären Gedankenaustausch.

"Warum hat einer hohe Blutfettwerte und wird 90 Jahre alt und der Gesundheitsbewusste stirbt mit 40 an einer Zivilisationskrankheit?" Dieser Frage widmet sich der junge Biochemiker aus Zypern Alexandros Nicolaou, der mit Unterstützung der Landesexzellenzinitiative LIFE promoviert. Er ist einer der 15 Preisträger des Research Festivals. "Ich suche nach jenen Genen, die die Resistenz des Menschen gegenüber Risikofaktoren von Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen bewirken, die also besagten Stoffwechselkranken schützen und dem anderen möglicherweise fehlen", erklärte er. Um die zu finden, haben er und sein Team zunächst in atheroskleroseempfindlichen und resistenten Mäusen mit hohem Cholesterin die von ihnen entdeckten Chromosomenabschnitte immer mehr eingrenzt. "Erstmals konnten wir nun diese eingegrenzten Regionen auch in ihrer Funktion in der genomweiten Expression in Leberproben untersuchen." - "Und damit hat er völlig neue Schlüssel gefunden, an denen die Herzinfarkt- und Stoffwechselforschung ansetzen kann", sagte der Mitveranstalter des Festivals, Prof. Dr. Joachim Thiery, der Dekan der Medizinischen Fakultät. "Hier verbindet sich auch unsere Forschung von LIFE mit dem IFB Adipositaserkrankungen, um den Nutzen funktioneller Genregionen für den Menschen zu erarbeiten."

Während der vierstündigen Begutachtung ging nicht nur die aus renommierten Wissenschaftlern bestehende Jury von Poster zu Poster. Es bildeten sich auch immer wieder Gruppen von Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden, in denen Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse der vorgestellten Arbeiten diskutiert wurden. Für die meisten Teilnehmer war diese Veranstaltung die erste Möglichkeit, den Stand ihrer Studien in der Öffentlichkeit zu präsentieren und sich in der Diskussion zu üben. So erläuterte der Mediziner David Dietz seine Arbeit zu Messungen des Schlaf-Wach-Rhythmus immer neuen Interessierten. Zum Gewinn, den er aus dem Research Festival zieht, meinte er: "Es war für mich eine mehrfache Premiere - meine erste umfangreiche Forschungsarbeit, mein erstes Poster, mein erster Kontakt mit einem so vielfältigen Kollegenkreis. Ich gehe mit reichlich Anregungen heim, insbesondere zur Methodik der Posterdarstellungen. Und ich weiß jetzt mehr über die Leute, die um mich herum forschen." Umringt von Neugierigen war auch die Soziologin Kathleen Pöge, die zu geschlechtsspezifischen Karriereschritten bei Ärztinnen und Ärzten forscht.

Für Prof. Ingo Bechmann, Ende 2009 an die Universität berufen, war dies sein erstes Einsatz als Gutachter auf dem Research Festival for Life Science. Sein Fazit lautete: "Ich hatte die 25 Poster der Immunologie zu bewerten - und es fiel schwer, unter all den anspruchsvollen Arbeiten einen Sieger hervorzuheben. Offensichtlich sind die Nachwuchswissenschaftler alle gut betreut. Neben dem Engagement der jungen Leute imponiert mir der fächerübergreifende Charakter dieser Veranstaltungen. Solch einen lebhaften interdisziplinären Austausch habe ich erstmals in Leipzig kennen gelernt, da können sich andere Universitäten etwas abschneiden."

"Dieses Festival war noch nie so gut besucht wie dieses Jahr", resümierte Prof. Thiery. Er hatte die Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger (Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie) und Prof. Dr. Thomas Arendt (Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung) vor neun Jahren ins Leben gerufen. Erstmals mit in der ersten Reihe der Unterstützer des Festivals standen auch Leipziger wissenschaftliche Großprojekte wie LIFE, IFB Adipositas-Erkrankungen, ICCAS und TRM. "Entscheidend ist, dass sich diese Veranstaltung zu eine hochkarätigen Ereignis für junge Forscher entwickelt hat", so Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger. "Es ist eine Plattform, die die Vielfalt der lebenswissenschaftlichen Forschung an der Universität zeigt, die also neben den Ärzten und Forschern in der Medizin auch Chemiker, Physiker und Veterinärmediziner vereint, aber beispielsweise waren auch alle Max-Planck-Institute beteiligt und das Helmholtz-Zentrum - keiner als Satellit, sondern alle als integrierter Bestandteil."

Für ihre besonderen wissenschaftlichen Leistungen in den Programmgruppen wurden folgende 15 Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet:

  • Georg Künze, Institut für Medizinische Physik und Biophysik, Medizinische Fakultät, im Bereich Molecular Biology, Protein Biochemistry
  • Cornelia Walther, Institut für Biochemie, Fakultät für Psychologie und Biowissenschaften, im Bereich Cell Biology
  • Irina Kozarez, Herzzentrum Leipzig, im Bereich Clinical Studies
  • Alexandros Nicolaou, Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, Medizinische Fakultät, im Bereich LIFE-Civilisation Diseases and Genetics
  • Grit Klinitzke, Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Medizinische Fakultät, im Bereich Psychology and Cognition
  • Daniel Piehler, Institut für Immunologie, Veterinärmedizinische Fakultät, im Bereich Immunologie and Infektiology
  • Silvia Born, Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS), im Bereich ICCAS, Computer Assisted Surgery
  • Sara Wiese, Rudolf Böhm Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Fakultät, im Bereich, im Bereich Neurobiology
  • Ulrike Krug, Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum, Strukturanalytik von Biopolymeren, im Bereich Molecular Biology, Protein Biochemistry
  • Thomas Kreisig, Institut für Bioanalytische Chemie, Fakultät für Chemie und Mineralogie, im Bereich Biophysics and Bioanalytics
  • Jana Grohmann, Veterinär-Physiologisch-Chemisches Institut, Veterinärmedizinische Fakultät, im Bereich Evolution and Molecular Diversity
  • Matthias Horn, Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE), Medizinische Fakultät, im Bereich Tumor Targeting
  • Barbara Strotmannm Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig, im Bereich Imaging,
  • Annika Weyhersmüller, Carl-Ludwig-Institut für Physiologie, Medizinische Fakultät, im Bereich Neurobiology
  • John T. Heiker, Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie, Medizinische Fakultät, Im Bereich IFB-Adiposity Diseases