Expertentreffen zu Hirntumoren in Leipzig

Pressemitteilung vom 28.10.2010
Am 29. Oktober 2010 findet in Leipzig das Jahrestreffen des Deutschen Gliomnetzwerks statt. Das Verbundprojekt wird seit 2004 von der Deutschen Krebshilfe gefördert.
Ort Ort: Zeitgeschichtliches Forum, Grimmaische Straße 6
Zeit: 9 - 16 Uhr

Für viele Hirntumoren (Gliome) gibt es trotz aggressiver multimodaler Therapie bislang keine Heilungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund ist es von herausragender medizinischer Bedeutung, die neuroonkologische Forschung auf allen Ebenen, d. h. der molekularen Grundlagenforschung sowie der translationalen und klinischen Forschung, voran zu treiben.

Auf dem Jahrestreffen des Gliomnetzwerks in Leipzig präsentieren und diskutieren Wissenschaftler des Verbundes ihre aktuellen Ergebnisse auf dem Gebiet der Hirntumorforschung. Im Mittelpunkt stehen u. a. Beiträge zu neu entdeckten molekularen Markern (z. B. Genmutationen), die zukünftig für Diagnose und Klassifikation von Hirntumoren wichtig sein werden und mit denen sich Hoffnungen auf gezieltere Therapieoptionen verbinden.
Seit 2004 fördert die Deutsche Krebshilfe mit dem Deutschen Gliomnetzwerk (GGN) einen Forschungsverbund aus Universitätskliniken mit klinischen Schwerpunkten in der Neuro-Onkologie und Referenzzentren für Neuroradiologie, Neuropathologie, molekulare Diagnostik und Biometrie. Aufgrund der langjährigen Förderung konnte in Deutschland ein Netzwerk an Kompetenzzentren für die Hirntumorbehandlung aufgebaut werden, die sich durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller an der Diagnostik und Behandlung von Hirntumor-Patienten beteiligten Fachdisziplinen auszeichnen. Ermöglicht wurde zudem der Aufbau einer zentralen Datenbank, die klinische Informationen über Therapie und Krankheitsverlauf mit den molekulargenetischen Untersuchungsergebnissen der Tumoren verknüpft. Diese Kombination an Daten ist für die Forschung für ein besseres Verständnis der molekularen Grundlagen von Hirntumoren außerordentlich wertvoll. Der Neuro-Onkologie sollen damit neue Wege in der Diagnostik und Therapie der Gliome eröffnet werden. Vor wenigen Monaten erhielt das GGN die Zusage der Deutschen Krebshilfe für eine Auslauffinanzierung. Mit dieser Förderung sollen in Leipzig die Daten von über 2.000 Patienten mit entnommenem Tumormaterial vervollständigt sowie eine Reihe von molekulargenetischen Untersuchungen und statistischen Auswertungen abgeschlossen werden.

Gastgeber des diesjährigen Netzwerk-Treffens ist das Leipziger Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie unter Leitung von Prof. Dr. Markus Löffler, das in dem Verbund verantwortlich ist für die zentrale Dokumentation und Auswertung der klinischen und molekularen Daten. Sprecher des Gliomverbundes ist Prof. Dr. Michael Weller von der Universität Zürich.

Weitere Informationen unter http://www.gliomnetzwerk.de.

Kontakt
Prof. Dr. Michael Weller
(Sprecher des Netzwerkes)
Klinikdirektor
Klinik für Neurologie
Universitätsspital Zürich
Frauenklinikstrasse 26
CH-8091 Zürich
Tel. 41 44 255 5500
Fax 41 44 255 4507
E-Mail michael.weller@usz.ch

Anne-Katrin Hartinger