Den wissenschaftlichen Blick schärfen - während nächtlicher Entdeckungstour

Pressemitteilung vom 17.09.2010
Von wegen, die Farbe der Mediziner ist Weiß! Bunt geht es zu! Ein krankmachendes Virus beispielsweise wird mit Hilfe eines Elektronenmikroskops grün entlarvt, wie er sich in der Nase entlang von Nervenfasern ins Riechhirn mogelt. Die blauen Zellkerne sind in heller Aufregung und die abwehrende Attacke der Immunzellen ist gnadenlos rot. Solch spektakuläre Szenen erleben Forscher aus der Anatomie normalerweise allein im Labor. Während der "Langen Nacht der Wissenschaften" teilen die Mediziner ihre Entdeckungen mit interessierten Bürgern, von klein bis groß und garantiert ganz ohne (Praxis)Gebühr.
Zeit 24. September 2010, 18:00 Uhr
Ort Medizin-Campus
Liebigstraße/Philipp-Rosenthal-Straße
04103 Leipzig
Bild vergrößern Moderne Kunst oder ein Miniatur-Schlachtfeld? Bildquelle: Prof. Dr. Ingo Bechmann.  

Wer gleich am frühen Freitagabend den Medizincampus um die Leipziger Liebigstraße ansteuert, kann im Handumdrehen die Biologie-Note seiner Kinder verbessern. Dann greift ein Biochemiker in die Tomatenkiste und erklärt experimentell Genetik - was kleinste Bausteine Großes leisten.

Die Ohren spitzen und die Stimmbänder lockern, dazu fordert zeitgleich Prof. Fuchs von der HNO-Abteilung für Stimm-, Sprach- und Hörstörungen Kinder und ihre Eltern auf. Die Stimme ist nicht nur ein unverwechselbares Persönlichkeitsmerkmal, sondern auch unserer wichtigstes Verständigungsmittel. Wenn sie überlastet ist, heiser oder kratzig klingt, können Stimmlippenknötchen die Ursache sein. Auf Dauer unbehandelt, beeinflussen Defekte die gesamte Entwicklung eines Menschen. Er wird im wahrsten Sinne nicht "für voll genommen". Experten wie Prof. Fuchs lassen es erst gar nicht so weit kommen. Ein Stimmtest gibt Auskunft über ungesunde Tiefen und klangvolle Höhen. Nicht ohne Grund werden die Thomaner Chorknaben sonst mit dem vorgestellten Test untersucht.

Dass Mediziner Spaß verstehen, beweisen die Mitarbeiter der Blutbank in der Phillip-Rosenthal-Straße. Wenn sich alles rund um den roten Lebenssaft dreht, können Vampire nicht weit sein, vermuteten sie. Also bietet die schrecklich-schöne Vampirnacht neben stilechter Verkleidung und blutrünstigem Schmaus das gesamte Wissen, was keinem Nachtwandler fehlen darf, einschließlich Blutgruppenbestimmung.
In die Forschung zurück führt die Demonstration aufwendiger Hirnstrommessungen. Im imposanten großen Hörsaal der Anatomie öffnen Wissenschaftler der Poliklinik für Psychiatrie und Psychiatrie die Tür ins menschliche Hirn. Durch Hirnstrommessungen kann ihm bei der Arbeit zugeschaut werden. Welche Schlüsse die Wissenschaftler aus den Aktivitäten ziehen können, erklären sie anschaulich. Vorausgesetzt, es finden sich Freiwillige, die ihre Tür in die Schaltzentrale öffnen...

Die Angebote von Medizinischer Fakultät und Universitätsklinikum gehören zu Tour 4 im "Gesamtprogramm der Langen Nacht der Wissenschaften" und sind über die grüne Bus-Shuttel-Route erreichbar. Auf der Liebigstrasse sind die Angebote zwischen 18:00 Uhr und Mitternacht auf zwei Häuser verteilt: Das Zentrale Forschungszentrum in Hausnummer 21 und das Institut für Anatomie, Nr. 13.

Mehr Informationen zu allen Programmpunkten finden Sie unter:

http://www.zv.uni-leipzig.de/de/service/veranstaltungen/wissenschaftsnacht/medizinische-fakultaet-universitaetsklinikum.html