Deutsch-Japanisches Symposium in den Peptidwissenschaften

Pressemitteilung vom 13.09.2010
Vom 11. bis 15 September findet in Leipzig, im Hotel Breitenfelder Hof, die 13. Akabori-Konferenz statt. Die Akabori-Konferenz ist eine einzigartige deutsch-japanische Arbeitstagung in den Peptidwissenschaften. Japan hat seit vielen Jahren eine große Tradition auf dem Gebiet der Bioorganischen Chemie, viele aktive Firmen und hervorragend ausgebildete Wissenschaftler. Gerade für deutsche Wissenschaftler besteht hier ein besonderes Interesse zur Zusammenarbeit.

Die Akabori-Konferenz vereint etablierte Wissenschaftler beider Länder, die seit Jahren auf diesem Forschungsgebiet arbeiten. Sie bietet den Teilnehmern neben einer sehr intensiven Arbeitsatmosphäre ein Programm an Rahmenaktivitäten, die enge Kooperationen zwischen Arbeitsgruppen beider Länder herstellen und verfestigen sollen. Der nicht-öffentliche Status der Tagung hat den Vorteil, dass auch Ergebnisse präsentiert werden können, die bisher noch nirgendwo publiziert wurden und Gegenstand wirtschaftlicher Überlegungen sein können. Durch diesen Ansatz gelingt es der Akabori-Konferenz regelmäßig, auch Unternehmen zur Teilnahme und Diskussion eigener Ergebnisse zu bewegen. "Bei dieser Tagung können aufgrund des beschränkten Teilnehmerkreises neueste Forschungsergebnisse im kleinsten Detail diskutiert und aufkommende Perspektiven und Forschungsströmungen intensiv erörtert werden." erläutert Annette Beck-Sickinger die besondere Atmosphäre dieser Tagung.

Die Peptidchemie spielt seit langem eine wichtige Rolle im Schnittpunkt zwischen Chemie, Biologie und Medizin, insbesondere für die Aufklärung der Funktion von Proteinen wie auch durch deren Totalsynthese. Gerade in den letzten Jahren hat die Peptidchemie noch einen zusätzlichen, geradezu stürmischen Aufschwung erhalten, der durch das Vordringen von Peptiden in Gebiete, die traditionell eher kleinen organischen Molekülen ohne Peptidstruktur vorbehalten war, begründet liegt. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Exenentide, ein Glucagon-like-peptide Analogon, dass die Diabetestherapie der letzten Jahre revolutioniert hat. Somit können durch Peptide völlig neuartige Wirkstoffklassen identifiziert werden. Peptide finden jedoch auch als Kandidaten für oral verfügbare Arzneistoffe, aber auch als Organokatalysatoren und in Biomaterialien großes Interesse.

Nahezu alle in diesem Gebiet tätigen Arbeitsgruppen in Deutschland sowie 25 führende japanische Wissenschaftler nehmen an der Tagung teil und tragen neueste Forschungsergebnisse vor. Das diesjährige Vortragsprogramm bietet eine optimale thematische Breite, die interdisziplinäre Forschung fördert, ohne Spezialisten auf Randgebieten auszuschließen.

Die Themenschwerpunkte liegen in folgenden Bereichen und decken ein höchst aktuelles, kompetitives Gebiet ab:

• Synthese und Charakterisierung von Peptid-Antibiotika
• Neue Syntheseansätze
• Peptide als Werkzeuge
• Peptid-Arzneimittel und Mimetika: Synthese und Transport
• Peptid-Bibliotheken und peptidbasierte Untersuchungsmethoden
• Synthese von Glyko-Proteinen/-Peptiden
• Proteine und Proteinmodulationen von Protein-Protein-Interaktionen
• Induzierte strukturelle und konformationelle Änderungen

Die Konferenz bringt die führenden Wissenschaftler wie auch vielversprechende Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen aus Japan und Deutschland zusammen, in der alle modernen Richtungen der Peptidchemie vertreten sind.

Die diesjährige 13. Akabori-Konferenz wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Vereinigung der Förderer und Freunde der Universität Leipzig e. V. und Unternehmen (Orpegen Peptide Chemicals, Bayer AG, Sanofi-Arventis, Evonik Degussa GmbH). Sie wird von Prof. Dr. Annette G. Beck-Sickinger (Leipzig) und Prof. Dr. Oliver Reiser (Regensburg) organisiert.

Hintergrundinformation:

Die Akabori-Konferenz ist eine deutsch-japanische Arbeitstagung in den Peptidwissenschaften, speziell auf den Gebieten der Bioorganischen Chemie, Peptid- und Proteinchemie sowie den bioorganischen Synthese¬methoden. Die Tagung dient dem direkten Austausch von Wissenschaftlern, der Anbahnung von Kontakten und konkreten Projekten sowie dazu, vielversprechende Nachwuchswissenschaftler in einen etablierten Fachkreis frühzeitig einzuführen. Sie findet seit 1986 zweijährlich im Wechsel in Deutschland und Japan statt.