Signalmolekülen auf der Spur

Pressemitteilung vom 06.07.2010
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zugesagt, ein Forschungsverbundprojekt zu unterstützen, das mit dem Schwerpunkt Leipzig im Bereich der Neurowissenschaften angesiedelte ist. Insgesamt werden 2,3 Millionen Euro in die Arbeit fließen.

Beteiligt sind 5 Gruppen aus Leipzig (die Fakultäten Medizin, Chemie und Mineralogie) sowie je eine Gruppe aus Halle, Berlin, Aachen und Göttingen. Die Forschergruppe "Neuronale und gliale P2-Rezeptoren" beschäftigt sich mit wichtigen Signalmolekülen des zentralen Nervensystems. Zu ihren Aufgaben zählen beispielsweise Schmerz zu verarbeiten, Immunreaktion und Zellreaktion bei Schädigungen wie Durchblutungsstörungen oder Gewebeschwellungen.

P2-Rezeptoren erkennen Signalmoleküle und deren Abbauprodukte und sind deshalb für die Medikamentherstellung klinisch sehr wertvoll, jedoch bislang wenig erforscht. Ziel des Forschungsprojekts ist es, insgesamt mehr Licht ins Dunkel zu bringen, bisher unbekannten Funktionen der Rezeptorgruppen zu klären. Dabei wird ein Schwerpunkt die Frage sein, ob die P2-Rezeptoren therapeutische Angriffspunkte zur Behandlung von Schäden am zentralen Nervensystem sein können. Das Großprojekt wurde mit Leipziger Beteiligung schon einmal von 2007 an gefördert. Die Leitung hat inzwischen Prof. Torsten Schöneberg vom Institut für Biochemie übernommen. Insgesamt wurden 17 Wissenschaftler- und 3 Nichtwissenschaftlerstellen durch das Projekt geschaffen. Die DFG-Förderung mit rund 2,3 Mio. Euro läuft bis Mitte 2013. Experimentelle Forschergruppen dieser Art sind im Freistaat Sachsen äußerst selten.