Adipositas-Zentrum bewilligt

Pressemitteilung vom 05.05.2010
Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) für Adipositas-Erkrankungen ist in Leipzig bewilligt worden. Das BMBF stärkt in Leipzig den etablierten Forschungsschwerpunkt Stoffwechselerkrankungen mit bis zu 50 Millionen Euro.

Die Universitätsmedizin Leipzig hat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Förderzusage für den Aufbau eines von insgesamt acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum erhalten. Damit werde auch die schon seit vielen Jahren in Leipzig ansässige Kompetenz für Stoffwechselerkrankungen gewürdigt, so Prof. Michael Stumvoll, der wissenschaftliche Leiter des Zentrums. Für die nächsten fünf Jahre stehen insgesamt 24 Millionen Euro zur Verfügung um das Forschungscluster Adipositas und Begleiterkrankungen weiter auszubauen. Eine weitere Förderung über 25 Millionen Euro ist für die folgenden fünf Jahre geplant. Ziel des IFB ist es, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit Forschungserfolge schnell in die Behandlungspraxis umzusetzen. Mit über 50 Wissenschaftlern und rund 60 Mitarbeitern aus 14 unterschiedlichen Forschungsdisziplinen, soll das IFB AdipositasErkrankungen in Leipzig zu einem Referenzzentrum mit internationaler Bedeutung werden.

Vor allem die intensive Förderung von exzellenten Nachwuchswissenschaftlern ist deutschlandweit einzigartig, so Cornelia Borchers, die Geschäftsführerin des IFB. "Für die Universitätsmedizin ist dieses Zentrum eine große Herausforderung, die aber nicht auf planen Boden fällt. Die Wissenschaftler und Ärzte, die ihre Kompetenz in das IFB mit einbringen sind schon seit vielen Jahren auf diesem Gebiet erfolgreich. Jetzt haben wir erstmals die Möglichkeit diese Kompetenzen an einem Ort zu bündeln und direkt für die Patienten nutzbar zu machen." Für Professor Stumvoll ist das vor allem ein Grund warum man sich in Berlin für Leipzig als Standort entschieden hat. Übergewicht, Fettleibigkeit und die damit zusammenhängenden Erkrankungen gehören zu den größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit.

In Leipzig wird seit etwa zehn Jahren auf diesem Gebiet intensiv wissenschaftlich und klinisch gearbeitet. Zahlreiche Arbeitsgruppen verschiedener Fachbereiche haben inzwischen Weltruf erlangt und gewährleisten beste Voraussetzungen zur Untersuchung des Krankheitsbildes Adipositas und seiner Begleiterkrankungen. Leipzig stellt zum Beispiel auch das einzige DFG-geförderte Verbundprojekt zu diesem Themenschwerpunkt in Deutschland. Auch die strukturierte Therapie von adipösen Kindern und Jugendlichen, die sowohl konservative als auch chirurgische Maßnahmen einschließt, sowie die klinische und Grundlagenforschung zur kindlichen Entwicklung des Übergewichts sind deutschlandweit einmalig. Mit einem IFB fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den nachhaltigen Aufbau eines auf einen bedeutsamen Krankheitsbereich spezialisierten, Forschung und Versorgung umfassenden Zentrums. Dieses Zentrum wird ganz wesentlich zum Schwerpunkt Stoffwechselerkrankungen beitragen, einem der Profil bestimmenden Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig.

Hintergrund:

Mit den Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) fördert das BMBF in wichtigen Krankheitsbereichen die engere Verknüpfung von Forschung und Patientenversorgung. Die Zentren sollen das Profil der Medizinischen Fakultät und des zugehörigen Universitätsklinikums prägen. Damit wird der Austausch zwischen grundlagenbezogener und patientenbezogener klinischer Forschung gestärkt.
Ein Ziel ist die stärkere Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern durch frühe eigenständige Arbeit und durch attraktivere berufliche Perspektiven. Entwickelt werden müssen geeignete fächerübergreifender Organisationsstrukturen, die diese Ziele wirksam befördern. Exzellente Grundlagenforschung sowie einschlägige Erfahrungen in der patientenorientierten Forschung sind grundlegende Bedingungen für ein IFB. Deutschlandweit sind insgesamt acht IFB geplant.

Janna Buchele