"Frisches Blut" für LIFE

Pressemitteilung vom 31.03.2010
Zehn neue Doktoranden arbeiten seit Frühjahr für die Gesundheitsstudie

Aus Nepal sowie allen Teilen Deutschlands kommen die zehn Nachwuchswissenschaftler, welche seit wenigen Wochen das bislang 60-köpfige LIFE-Team verstärken. Die fünf Doktorandinnen und fünf Doktoranden, die alle aufgrund ihrer Leistungen ausgewählt wurden, erforschen gemeinsam mit erfahrenen Kollegen häufige Zivilisationserkrankungen. Finanziert wird die Doktorandenklasse drei Jahre lang mit 1,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds.

Die Arbeitsergebnisse werden in den Gesamtforschungskomplex LIFE einfließen. LIFE ist ein Projekt der Landesexzellenzinitiative: Ärzte untersuchen dabei gemeinsam mit Naturwissenschaftlern und IT-Spezialisten Erbmaterial sowie Lebensumstände von etwa 15.000 Leipzigern. Sie möchten herausfinden, warum Menschen unterschiedlich zum Beispiel auf Umweltbelastungen reagieren und Erkrankungen entwickeln wie Adipositas, Diabetes, Gefäßverkalkung und Herzinfarkt, Depressionen, Demenz, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Kopf- und Halstumore sowie Allergien. Für diese Krankheitsbilder erwartet das Leipziger Team neue Ansätze sowohl für Diagnose als auch für Therapien.

Das einzigartige Forschungsprogramm kann auf eine Ausstattung auf höchsten technischem Niveau zurückgreifen. Seit September 2009 wurden 4,5 Millionen Euro in Analysetechnik investiert. Darunter: ein 3D Bodyscanner, hochsensitive Massenspektrometer, Durchflusszytometer für Zellanalysen, Geräte für die Genomanalytik und eine Biobank, die bei -140 Grad Celsius optimale Lagerbedingungen für das empfindliche Probenmaterial bietet.

Weil die in LIFE untersuchten Erkrankungen sehr häufig sind, rechnet das Team mit weltweiten Verwertungsnachfragen, Industriekooperationen sowie Ausgründungen und neuen Arbeitsplätzen vor Ort. Auch aus diesen Gründen fördern Europäische Union und Freistaat Sachsen das ambitionierte Projekt mit 38 Millionen Euro bis 2013.

Sebastian Späthe