Nachruf auf Prof. Dr. med. Heinz Trenckmann

Pressemitteilung vom 24.02.2010
Am Mittwoch, dem 17.2.2010 verstarb im neunzigsten Lebensjahr nach langer und schwerer Krankheit der langjährige Ordinarius für Kardiologie an der Universität Leipzig, Prof. Dr. med. Heinz Trenckmann.20.6.1920 in Magdeburg - 17.2.2010 in Leipzig

Sein Lebenslauf ist bezeichnend für das 20. Jahrhundert: Er studierte in Berlin, Wien und Würzburg. Mit Kriegsbeginn verpflichtete sich sein Semester zum Militärdienst, was zunächst den Vorteil hatte, daß das Studium fortgesetzt werden konnte. Mit dem Staatsexamen 1944 wurde jedoch auch Heinz Trenckmann eingezogen. Etwa ein Drittel seiner Kommilitonen sind in den verbleibenden Kriegsmonaten noch gefallen oder werden vermißt. Heinz Trenckmann konnte in Magdeburg 1951 seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin abschließen und wurde im darauffolgenden Jahr Oberarzt. Seine Habilitation schloß Heinz Trenckmann 1960 ab und wechselte anschließend in die sächsische Metropole Leipzig. Hier wurde er 1965 Professor mit Lehrauftrag und 1969 ordentlicher Professor an der Universität Leipzig. Seinem Betreiben verdankte die Medizinische Klinik frühzeitig einen Herzkathetermeßplatz. Heinz Trenckmann war Mitglied des 4. Vorstandes der Gesellschaft für Kardiologie und Angiologie der DDR und 1970 bis 1972 Präsident dieser Gesellschaft. 1982 -1985 war er im Vorstand der Gesellschaft für Innere Medizin der DDR.

Heinz Trenckmann lag die akademische Lehre ganz besonders am Herzen. Seine Schüler und Mitarbeiter berichten bis heute über seine akribisch vorbereiteten Vorlesungen und Visiten. Zahlreiche Promovenden haben seine Förderung, aber auch seine kritische Würdigung ihrer Arbeit erfahren. Seine Buchbeiträge zeugen bis heute von Bemühen um qualitativ hochwertigen Unterricht (Bock, Trenckmann, Herbst, Spreer: Mißbildungen des Herzens und der großen Gefäße). Heinz Trenckmann hat bereits in den 60iger Jahren Kardiologie, Kardiochirurgie und Kinderkardiologie zusammengeführt zu einer Struktur, die heute als Herzzentrum weithin anerkannt ist. Die enge Beziehung zur Angiologie (auf diesem Gebiet hat er selbst habilitiert) lag ihm am Herzen, wofür er in Vorträgen, in der "Gesellschaft für Kardiologie und Angiologie der DDR" und in seiner Leipziger Abteilung für Kardiologie und Angiologie geworben hat. Über 30 Jahre war er Herausgeber der von Theodor Brugsch begründeten "Zeitschrift für die gesamte Innere Medizin und Grenzgebiete". Prof. Trenckmann war Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin, des Bundes der Internisten, der Polnischen und Tschechoslowakischen Gesellschaften für Kardiologie.

1985 wurde Heinz Trenckmann emeritiert und hat in den folgenden Jahren noch viele Veranstaltungen an der Medizinischen Fakultät besucht und mit seiner Erfahrung bereichert. Persönliche Rückschläge und seine lange Erkrankung hat er mit Geduld und wenig Klagen ertragen. Die Universität Leipzig hat mit dem Ableben von Heinz Trenckmann einen großen Verlust zu beklagen. Seine Schüler, Promovenden und Mitarbeiter bedauern seinen Tod zutiefst. Die Kardiologie in Mitteldeutschland verliert eine ihrer großen Persönlichkeiten, die in schwierigen Zeiten Bleibendes hinterlassen hat. Unser ganz besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie in dieser schweren Stunde.

Prof. Dr. med. D. Pfeiffer
Abt. Kardiologie und Angiologie
Universität Leipzig