Schneller geht es nicht: Hochgeschwindigkeits-Analysegerät für das Zentrallabor

Pressemitteilung vom 18.02.2010
Im Zentrallabor der Leipziger Universitätsmedizin steht seit kurzem das schnellste und modernste Blut-Analysegerät, das es gibt. In Japan und der Schweiz hergestellt, wird es derzeit an nur 3 Orten weltweit erprobt: Im britischen Poole, im belgischen Leuven und in Leipzig. Es ist eine Kombination aus Chemie- und Immunologieeinheiten. Auf einer Länge von 6 Metern kann in einem Durchlauf ohne abzusetzen beispielsweise auf Krankheitsmarker, Enzyme oder Drogen getestet werden.

Wenn ein Patient in der zentralen Notfallaufnahme ankommt, kann es mitunter lebensentscheidend sein, schnell verlässliche Untersuchungsergebnisse zu haben. Ein wesentlicher Baustein für alle weiteren Schritte ist die Analyse von Blut-, Serum- oder Urinproben.

"Sobald die Blutprobe des Notfallpatienten bei uns eintrifft", sagt Dr. Barbara Stach vom Fachbereich Klinische Chemie am Institut für Laboratoriumsmedizin, "haben wir maximal 45 Minuten Zeit, dann müssen Ergebnisse vorliegen." Die entscheiden anschließend über eine stationäre Krankenhausaufnahme oder die Notwendigkeit einer Operation. Erhöhte Herzmarker im Blut sagen beispielsweise etwas über einen Herzinfarkt aus.

Wie sind die Blutgerinnungs-, wie die Entzündungswerte? Welche Medikamente oder Drogen hat der Patient genommen? Was vor 20 Jahren noch in vielen Einzelschritten mühsam per Hand in Reagenzgläsern bearbeitet wurde, leisten heute hochkomplexe und automatisierte Analysegeräte, noch dazu im Eiltempo. Die Wissenschaftler sprechen von einem "hohen Durchsatz". Bis zu 8.400 Tests in der Stunde leistet das cobas® 8000-Gerät der Firma Roche, rund 20 verschiedene Krankheitsmarkergruppen kann es messen - eine Weltspitzenleistung.

In dieser Kombination von klinisch-chemischen und immuno-chemischen Modulen ist es noch in der Erprobungsphase. Dr. Barbara Stach ist stolz, dass so ein Gerät in ihrem Labor steht. "Das ist für bestimmt 10 Jahre der Blick in die Zukunft. Es ist ein Erlebnis, die neue Gerätegeneration einarbeiten zu können. Das fordert das gesamte Team, weil unsere medizinisch-technischen Assistenten bei laufendem Betrieb besonders geschult werden müssen." Das Kennenlernen, schätzt die Wissenschaftlerin, wird bestimmt noch 2 Monate dauern. "Das ist wie bei einem Hightech-Auto. Da muss man auch erst einmal alle Knöpfe und Funktionen verstehen, bevor man es richtig ausfahren kann."