Spitzenforscher treffen sich bei Symposium "Physics of Cancer"

Pressemitteilung vom 11.10.2011
Spitzenforscher auf dem Gebiet der mechanischen Eigenschaften von Krebszellen treffen sich vom 13. bis 15. Oktober zum zweiten Symposium "Physics of Cancer" in Leipzig. Organisiert wurde die Konferenz, die im vergangenen Jahr in Leipzig erstmals stattfand, von Prof. Dr. Josef A. Käs von der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Sarah Köster von der Georg-August-Universität in Göttingen und Prof. Dr. Harald Herrmann-Lerdon vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Zugesagt haben 40 Referenten, die vor den etwa 100 Konferenzteilnehmern aus mehreren Ländern ihre neuesten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet präsentieren. "Die Idee ist, grundsätzlich neue Perspektiven zu entwickeln, um Tumore zu verstehen, zu diagnostizieren und zu behandeln", sagte der Physiker, der diese einzige Weltkonferenz zum Thema mechanische Eigenschaften von Krebszellen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. Ziel der Forschungen ist es Käs zufolge, zu verstehen, welche Materialeigenschaften eine Tumorzelle braucht, um das Voranschreiten der Krankheit zum Beispiel durch Metastase zu forcieren.

Mit diesen Erkenntnissen könne die Aggressivität eines Tumors festgestellt und dieser dann gezielt behandelt werden. "Der Tumor soll eingefroren und unter Kontrolle gehalten werden", definierte Prof. Käs sein Forschungsziel. Daraus ergeben sich nach seinen Worten wichtige Konsequenzen für Krebsmedikamente, die wesentlich gezielter eingesetzt und die Patienten schonender als mit der bisherigen Chemotherapie behandelt werden könnten. Auch die Gefahr eines Rückfalls in aggressiverer Form, wie er häufig vorkommt, könne dadurch verringert werden. Weiterhin werden neue Diagnoseverfahren entwickelt, die Brustkrebs-Patientinnen künftig die Entnahme des Wächterlymphknotens ersparen würdent, sagte Käs.

Derzeit seien die neuen Wirkstoffe angedacht. Kurzfristig werde die Therapielandschaft durch die Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der mechanischen Eigenschaften von Krebszellen jedoch nicht verändert.