Universität Leipzig auf der Biotechnica 2011

Pressemitteilung vom 07.10.2011
Wissenschaftler des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums (BBZ) und des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig präsentieren sich vom 11. bis 13. Oktober auf der diesjährigen Biotechnica in Hannover. Die Arbeitsgruppe für Molekularbiologisch-biochemische Prozesstechnik am BBZ stellt eine bioelektronische Analyseplattform vor, welche eine markierungsfreie Echtzeitanalyse von Wirkstoffen erlaubt. Das TRM wird über das vom Zentrum angebotene Beratungsprogramm zu Arzneimitteln für neuartige Therapien (ATMPs) und zum Qualitätsmanagement nach der "Guten Laborpraxis" (GLP) informieren.

Sowohl die Medikamentenentwicklung durch die pharmazeutische Industrie als auch die Wahl des geeigneten Wirkstoffs bei der Therapie sind aktuelle Herausforderungen in der medizinischen Versorgung unserer Gesellschaft. Die Aspekte Kosten, Zeit, Wirksamkeit und Sicherheit gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Andrea Robitzki am BBZ hat deshalb eine bioelektronische Messplattform entwickelt, welche die Effekte von pharmazeutischen Wirkstoffen auf lebende Zellen und Gewebeproben in Echtzeit erfasst. Die biologischen Proben werden hierbei durch optimierte Chipsysteme der bioelektronischen Messung zugänglich gemacht. Das System kann bei der Wirkstoffentwicklung oder der personalisierten Krebstherapie eingesetzt werden.

Zu den adressierten Krankheitsfeldern gehören onkologische, kadiovaskuläre und neurodegenerative Erkrankungen. Bei der personalisierten Krebstherapie wird zum Beispiel die Chemosensitivität von Tumormaterial gegenüber verschiedenen Zytostatika bestimmt. Die Ergebnisse helfen dem Arzt, die individuelle Chemotherapie festzulegen sowie belastende und unwirksame Behandlungen auszuschließen. Nach intensiver Forschungsarbeit mit Unternehmen und Kliniken wird jetzt die Markteinführung dieser inzwischen bewährten Messtechnologie vorbereitet.

Das Translationszentrum für Regenerative Medizin der Universität Leipzig berät Forschungsgruppen und Unternehmen kompetent bei der Zulassung von Arzneimitteln für neuartige Therapien. Durch die Verordnung 1394/2007 EG wurden die Zulassungsverfahren für ATMPs auf europäischer Ebene neu geordnet. Forschungsgruppen und Unternehmen, die ATMPs entwickeln, bietet das TRM Leipzig deshalb eine individuelle und maßgeschneiderte Beratung für die Zulassungsverfahrungen ihrer Produkte an. Ein weiterer Service des Zentrums für Forschende und Biotechfirmen ist die Authentifizierung von Zellen mit verschiedensten Verfahren. Damit wird ein hohes Maß an Qualität für zellbasierte Forschung und Medizin gesichert.

Weiterhin stellt das TRM Leipzig auf der Biotechnica seine Seminare und Trainings zum Qualitätsmanagement nach der "Guten Laborpraxis" vor. GLP ist ein gesetzlich gefordertes Qualitätsmanagementsystem für nichtklinische gesundheits- und umweltrelevante Sicherheitsprüfungen. Das TRM bietet deutschlandweit einmalige Praxisseminare, die den Teilnehmenden die GLP-konforme Planung, Durchführung, Überwachung, Aufzeichnung, Archivierung und Berichterstattung ihrer Forschung vermitteln.

BBZ und TRM präsentieren sich auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft - Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen" in Halle 9, Stand F12.

Dr. Svenne Eichler