Futuristische Bilder aus dem Körperinnern

Pressemitteilung vom 12.09.2011
Die Universitätsmedizin Leipzig erhält ein technisch völlig neuartiges Großgerät für die molekulare Bildgebung. Durch die zeitgleiche Aufnahme und Darstellung von sowohl PET- als auch MRT-Daten eröffnet es neue Möglichkeiten bei der Diagnose und Erforschung von Krankheiten im Bereich Neurologie, Onkologie und Kardiologie. Weltweit werden nur wenige dieser Geräte erprobt. Gefördert wird das Leipziger Ganzkörper-PET/MRT-System mit insgesamt 4 Millionen Euro, sowohl von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als auch der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft.
Zeit 21. September 2011, 11:00 Uhr
Ort Universitätsklinikum Leipzig, Liebigstraße 20
Bild vergrößern Real-simultanes PET/MRT-System an der Universitätsmedizin Leipzig Foto: Stefan Straube  

Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig und die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig erhalten ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 3,5 Millionen Euro und von der Max-Planck-Gesellschaft mit 500.000 Euro gefördertes medizinisches Großgerät, den "Biograph mMR". Es handelt sich um ein technisch völlig neuartiges, real-simultan messendes Kombinationsgerät für die molekulare Bildgebung, das Positronen-Emissionstomografie (PET) und Magnetresonanztomografie (MRT) vereinigt. Um dieses neue System technisch und klinisch an renommierten Forschungsstandorten zu erproben, wurden deutschlandweit drei solcher Geräte von der DFG gefördert. Leipzig ist der erste Standort in Ostdeutschland, der aufgrund seiner überragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der molekularen Bildgebung mit einer Förderung in diesem Bereich ausgezeichnet wurde.

Durch die real-simultane Aufnahme können beispielsweise mit Hilfe des PET-Teils spezielle Funktionsprozesse im Zellstoffwechsel markiert und in ihrer Aktivität beurteilt werden, gleichzeitig erlaubt der MRT-Teil eine exakte Zuordnung, an welcher Stelle der Prozess stattfindet und wie das betreffende Organ strukturell beschaffen ist. Mit dieser neuen Gerätegeneration öffnen sich für Leipzig Türen in die Zukunft der molekularen Bildgebung und die erreichte Position an der internationalen Forschungsspitze kann weiter ausgebaut werden. Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Leipzig unter der Leitung von Prof. Dr. med. Osama Sabri ist bereits führend auf dem Gebiet der Neuronuklearmedizin, unter anderem mit den Schwerpunkten Demenz und Depression sowie mit der Entwicklung und klinischen Prüfung neuer Radiopharmazeutika. Auf dem Gebiet onkologischer Erkrankungen verfügt die Arbeitsgruppe um die stellvertretende Klinikdirektorin Prof. Dr. med. Regine Kluge über große Expertise.