Experten diskutieren auf 15. Sächsischem Impftag

Pressemitteilung vom 04.03.2011
Der größte deutsche Impftag begeht ein kleines Jubiläum: Am Samstag (5. März) findet der Sächsische Impftag zum 15. Mal statt. Mittlerweile ist das Fachpublikum auf jährlich 600 bis 650 Teilnehmer gewachsen. Der Themenschwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Impfungen gegen Rotaviren, Keuchhusten, Kinderlähmung und Pneumokokken.
Zeit 05. März 2011, 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Ort Carl-Ludwig-Institut, Großer Hörsaal
Liebigstraße 27, 04103 Leipzig

Prof. Dr. Michael Borte, Chefarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig und Mitglied der sächsischen Impfkommission (SIKO) sagte am Freitag, die vor drei Jahren als Standard eingeführte Rotavirus-Impfung sei zu einer Erfolgsgeschichte geworden "2010 waren 65 Prozent aller Säuglinge in Sachsen gegen Rotaviren geimpft", erklärte er. Damit liege die Durchimpfungsrate um ein Vielfaches höher als der Bundesdurchschnitt von 24 Prozent.

Die Sterberate der Säuglinge sei schon 2009, also im zweiten Impfjahr, um 50 Prozent gesenkt worden. In Sachsen kam es nach den Worten des Experten auch bei den Krankenhausbehandlungen zu einem deutlichen Rückgang von 60 Prozent und damit zu einem erheblichen Einsparungspotential für die Krankenkassen. "Wir würden uns wünschen, dass auch die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut Berlin (STIKO) den Impfstoff als Standard in ganz Deutschland einführt", erklärte Prof. Borte.

Dr. Dietmar Beier, der Vorsitzende der SIKO, sieht seine Impfkommission als Vorreiter, da sie in vielen Fällen schneller sei als die STIKO. Die hohe Durchimfungsrate in Sachsen begründet er unter anderem mit den Impftagen, vielen Fortbildungen für Ärzte und dem guten Verhältnis zu den Fachgesellschaften. Sowohl bei den Ärzten als auch bei der Bevölkerung läge die Impfbereitschaft in Sachsen überdurchschnittlich hoch.

Prof. Dr. Volker Schuster, der Ambulanzleiter der Universitätspoliklinik Kinder- und Jugendmedizin Leipzig, sagte, die Impfung gegen das Humane Papilloma-Virus (HPV), das unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslöst, verringere das Risiko einer Erkrankung um 70 Prozent. Seit Anfang des Jahres habe die SIKO die HPV-Impfung deshalb nicht mehr nur bis zum 18., sondern bis zum 26. Lebensjahr empfohlen. Gegen Influenza lassen sich seiner Ansicht nach immer noch zu wenig Menschen impfen. Doch gerade bei Säuglingen und Kleinkindern sei der Schutz sehr wichtig, da es bei ihnen zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen kann.

Auf dem Programm des Impftages stehen unter anderem Vorträge zu Verhaltensregeln bei Fernreisen und zu kniffligen Impfproblemen aus der täglichen ärztlichen Praxis. Er richtet sich an ein breites Fachpublikum, vom niedergelassenen Arzt über Arbeitsmediziner bis hin zu Vertretern aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst.